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Blau-Weiss-Blätter · 1920-12-01 · 3 (12.1920) · p. Seite 50

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
3 (12.1920)
Date
1920-12-01
Page
Seite 50 (sequence 20)
Language
German
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Praktikanten in Holstein. Wie im vorigen Jahre um Künzelsriu ii^rum hat in diesem Sommer in der Gegend von Kiel eine Reihe von Praktikanten in benachbarten Dörfern gea* beitet. Zunäch >t hatten durch persönliche Beziehungen zwei von unseren Jungen Stellungen bekommen, und diese konnten in kurzer Zeit durch Herumfragen und Empfehlung seitens ihrer . Bauern mehrere andere unterbringen, so daß wir im ganzen neun Leute waren Es waren alles Bauernstellen, und unsere Döifer 2—4 km voneinander entfernt. Die Größe der einzelnen Wirtschaften war eine recht verschiedene — die kleinste 60 und die größte 280 Morgen — ebenso schwankte die Qualität des Boc-ens vom schweren Lehm bis zum ziemlich leichten Sand. Die Fruchtfolge war überall dieselbe und zwar 7-Felder-Wirtschaft: 1. Jahr Wtide 2. „ Hackfrucht oder Buchweizen 3. Wintersaat 4. „ Gerste 5. m Mengkorn (z. B. Hafer und Gerste und Erbsen) 6. n Hafer (mit Klee-Einsaat) 7. ,m Klee (ein Schnitt) dann Weide. Vor allem gebaut wurde Buchweizen (der heute sehr einträglich ist und wenig Ansprüche an den Boden stellt), Hafer, Mengkorn und Gerste. Roggen, Weizen und Kartoffeln fast nur für eigneji Bedarf, Flachs in geringem Maße und in größerem Umfange Rüben (hauptsächlich Steck- und Runkelrüben) als Winterfuter für den großen Rindviehbestand. Den Sommer über ist das Vieh in Holstein auf der Weide. Die Wiesenued Weidewirtschaft [ist infolgedessen ziemlich ausgedehnt, (schätzungsweise) 30°/§ der Gesamtfläche der einzelnen Betriebe *n sind Wiesen und Weiden. — Kühe, Jungvieh und Kälber werden Ende April bis Anfang Mai herausgetrieben und kommen Ende September wieder in den Stall Von der eigentlichen Viehhaltung war also im Sommer nicht viel zu lernen, dagegen sind wir fast alle zum Melken herangekommen. Geackert wurde ausschließlich mit Pferden. Das Pferdematerial war im großen und ganzen gut, ein mittelschwerer Schlag, z. T. auch Halbblüter. Die kleinste Wirtschaft hatte zwei, die größte fünf Arbeitspferde, daneben fast. überall Fohlen. Das Vorhandensein von Maschinen war natürlich *on der verschiedenen Größe der Betriebe abhängig. Während bei den kleineren Bauern alles mit der Hand gesät und gemäht wurde, hatten die größeren Betriebe Drillmaschinen, Gras- und Getreidemäher, einer sogar einen Selbstbinder. Jedoch muß betont werden, daß kaum einer von uns Gelegenheit hatte, selbständig mit den Maschinen zu arbeiten, da die Bauern dem Praktikanten, auch wenn sie sonst mit ihm zufrieden waren, eine Maschine nicht anvertrauen wollten. Ueber das Verhältnis unserer Leute zu den Bauern allgemein gültige Grundsätze aufzustellen, ist natürlich nicht möglich, da es ja immer auf den einzelnen Menschen ankommt Jedenfalls kommen — nach meinen Erfahrungen— für die holsteinischen Stellen nur Leute in Betracht, die schon mindestens einen Sommer gearbeitet haben. Der körperlichen Arbeit noch ganz Ungewohnte, sowie Jüngere (16—17 jährige) werden im allgemeinen den Schwierigkeiten nicht gewachsen sein. Diese Schwierigkeiten sind doppelter Natur: abgesehen von den hohen Anforderungen, welche die bäuerliche Arbeit an die physische Kraft eines jeden stellten» hatten viele

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