Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 3 (12.1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 48 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Schwierig liegen die Verhältnisse für alle, die au! rituelle Lebensführung Wert legen. Wollen Sie sich der Landwirtschaft zuwenden, so können sie auf Markenhof oder in Halberstadt oder Messingwerk als Arbeiter ankommen und nach einer etwa zweijährigen Lehrzeit vielleicht noch nach Peine gehen, was aber schon mehr in das Gebiet des Gartenbaus fällt und deshalb hier nicht weiter besprochen werden soll. Endlich wäre noch etwas über die zu sagen, die bereits älter sind, also etwa 24 Jahre und darüber. Für solche ist es allemal ein Risiko, noch neu mit der Landwirtschaft zu beginnen. Im Gartenbau mag es für den einen oder anderen, der Lust dazu hat, noch leichter sein, obwohl die Arbeit an sich auch nicht leichter ist. In der Landwirtschaft, wüfde ich eine einjährige Volontärzeit auf einem kleinen Gut und dann ein Jahr in einer Bauernwirtschaft empfehlen oder Spezialisierung wie oben geschildert Ich erwähnte im Anfang die Aussichten für landwirtschaftliche Inspek-V toren oder Administrationsbeamte und will ^deshalb zum Schluß noch ganz kurz den Lehrgang für solche skizzieren. Drei Jahre Elevenzeit auf zwei möglichst verschiedenen Gütern, zwei Jahre Hochschule mit Abschlußprüfung dann zwei Jahre Unterinspektor auf sut. geleiteten Gütern. Das macht zusammen 7 Jahre. Die Laufbahn kann evtl. schon mit 16 Jahren angetreten weiden. Das wäre der Ueberblick, den ich Ihnen nach meinen und den mir bekannt gewordenen Erfahrungen anderer geben kann. Ich nehme für die von mir gekennzeichneten Schemen nicht in Anspruch, daß sie absolut bindend sein sollen. Es sind nur Richtlinien und Ihre Erfahrungen und besonders diejenigen der aus Deutschland nach Palästina Gegangenen müssen die Wege der Ausbildung hier dauernd korrigieren. Wir stehen im Anfang und die Ent-. Wicklung Palästinas muß unsere Methoden der Vorbereitung bestimmen, bis Palästina selbst auch die Ausbildung übernehmen kann. Jetzt fehlt es allerorten am Geld und in Palästina herrscht Arbeitslosigkeit Wenn aber das Geld da sein wird, dann wird es an vorbereiteten Menschen fehlen, das Tempo der Kolonisation zu beschleunigen. Und dann wird die heute mühsam errungene Vorbildung unserer zionistischen Landwirte aus Deutschland unsere gesunkene Valuta ausgleichen. Berlin . Ludwig Pinn er. 48