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Blau-Weiss-Blätter · 1920-12-01 · 3 (12.1920) · p. Seite 41

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
3 (12.1920)
Date
1920-12-01
Page
Seite 41 (sequence 11)
Language
German
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für die Kleinsiedlungen? Ich habe die Soskinschen Vorschläge ausführlich kritisiert, bin aber prinzipiell ein Anhänger, seiner Idee und möchte alles getan wissen, damit wir schnell über die Grenzen der Durchführbarkeit Klarheit haben. Für die nächste Zeit wird aber naturgemäß die Zahl der Kleinsiedlungen noch beschränkt sein, und vor allem kommen sie nur für bewässerbare Ländereien in Betracht. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Fläche. Auf den übrigen Ländereien und auf den bewässerbaren Flächen bis 2ur Erstellung der Irrigationsanlagen wird Landwirtschaft in extensiverer Form getrieben werden, ab es die Gartenarbeit darstellt, und auch die Kleinsiedlungen müssen meines Erachtens mit größeren Viehwirtschaften im Gemenge liegen. Wenn also auch der Bedarf an Gärtnern groß ist und möglichenfalls die Aussicht besteht, daß alle heute in Deutschland sich landwirtschaftlich vorbereitenden Chaluzim drüben als Gärtner in absehbarer Zeit Verwendung finden, so kann man doch deshalb nicht allgemein vor der landwirtschaftlichen Ausbildung warnen. Wir werden immer Bauern und Landarbeiter brauchen für den gtößten Teil des Landes, zum Beispiel ganz Transjordanien und entsprechend ausgebildete Leute brauchen deshalb wegen ihrer Verwendung nicht ängstlich zu sein Selbst wenn die Kleinsiedlungen, was ich dringend wünsche, bald im großen angelegt werden können, wird es Bauern nicht schwer fallen, sich in die Rolle eines Siedlers, d. h. eines Gärtners mit 3 bis 4 Spezialkulturen, zu finden; er wird dazu bei entsprechender Leistung nicht mehr als ein Jahr brauchen. Da aber Deutschland fast das einzige Land ist, in dem heute Chaluzim sich fachlich auf die Landwirtschaft in systematischer Weise vorbereiten, so wäre es verfehlt, bereits jetzt alles von der Landwirtschaft zur Gärtnerei zu lenken. Wir brauchen beide und können deshalb die Wahl des einen oder anderen der persönlichen Neigung und Eignung überlassen. .. , Nach diesen Vorfragen will ich zu den Fragen der eigentlichen landwirtschaftlichen Ausbildung übergehen. Es ist selbstverständlich, daß die Ausbildung in Palästina selbst allein in Betracht kommen würde, wenn die Landwirtschaft dort bereits so entwickelt wäre, daß Sie genügend Möglichkeit dafür böte und auch selbst schon auf dem wünschenswerten Niveau stände. Beides ist nicht der Fall und dies sowie die beschränkte Einwandetung im gegenwärt;gen Moment bei der Notwerdigkeit sie — hoffentlich bald — rasch zu steigern und durch einen starken Zuschuß gelernter Kräfte zu erleichtern und vorzubereiten, legen uns die Verpflichtung auf, die Ausbildung in der Diaspora zu organisieren. Dabei haben wir den Vorteil, daß die Lehrzeit in Deutschland durch Ausscheidung ungeeigneter Persönlichkeiten später den Einwanderern und dem Jischub Enttäuschungen ersparen hilft. Natürlich muß der gelernte Landwirt aus Deutschland drüben noch hinzulernen und viel umlernen, aber er wird auch vieles können, was der jüdische Kolonist alten Schlages nicht kann, und er hat ganz bedeutende Vorteile vor dem, der nur arbeiten an sich gelernt hat, aber nicht landwirtschaftlich, ganz zu schweigen von dem, der nur den guten Willen mitbiingt Wer eben in Deutschland eine gerade Furche pflügen kann oder einen Heuwagen laden, der kann es auch drüben, wer hier die Vorteile gewisser Maschinen oder künstlicher Düngemittel kennen gelernt hat, der wird auch drüben ihre Anwendung fördern und vor allem wer in Deutschland bäuerlich 41

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