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Blau-Weiss-Blätter · 1920-12-01 · 3 (12.1920) · p. Seite 39

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
3 (12.1920)
Date
1920-12-01
Page
Seite 39 (sequence 9)
Language
German
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Schnitt lind Düngung der pbstbäume, Ernten der Gemüseerzeugnisse und Aufbewahren des Obstes. Auf die intensive handwerksmäßige Erlernung dieser Arbeiten kommt es ganz besonders an. Wenn eine Aibeit gut geleistet werden soll, erfordert sie Sorgfalt, und nur ununterbrochene ausdauernde Hebung kann dazu bringen, daß man sich eine gewisse Fertigkeit und Geschicklichkeit erwirbt, und -dabei lernt, seine eigenen Kräfte sparsam zu gebrauchen. Gartenarbeit und gärtnerische Arbeit sind zwei grundverschiedene Begriffe, die man sehr leicht geneigt ist, zu verwechseln. Gleichzeitig beginnt der Löhring sich auch mit der Lebensweise der Pflanzen zu beschäftigen. Br muß lernen, sich gewissermaßen in ihre Ltge zu versetzen; durch Nachfragen und Nachforschen bei Kundigen wird er bald erfahren können, wie er sie zu behandeln hat, damit sie sich ihren Gewohnheiten gemäß entwickeln können. Er wird dann sehen, welchen Schädigungen durch Wind, Kälte, Hitze, tierische und pflanzliche Schädlinge seine Pfleglinge ausgesetzt sind. In ein Tagebach, das jeder Lehrling führen soll, sind die alltäglich vorkommenden Arbeiten einzutragen und die gemachten Beobachtungen zu notieren. Sobald die Freude am Beruf wächst, verliert jede Aibeit den Charakter der Eintönigkeit, weil der Lehrling sich daran gewöhnt, nicht nur mechanisch zu > arbeiten, sondern auch den Ueberblick über das Ganze zu gewinnen. Vorzuziehen sind solche Lehrstellen, in denen bei einem Obst- und öemüsebaubefrieb auch eine Baumschule und etwas Bienenzucht getrieben wird. Der jüdische Gärtner in Palästina soll die Bäume, die er pflanzen will selbst heranziehen können, und in der Bienenzucht wird er nicht nur eine angenehme und einträgliche Beschäftigung, sondern auch sehr viel geistige Anregung finden. In einer gut organisierten Gärtnerei werden in den Wintersnonaten Geräte und Gebrauchsgegenstände angefertigt. So kann sich der Lehrling auch darin einige Fertigkeiten aneignen, die für ihn nutzbringend sein können., Wenn es irgend möglich ist, soll er sich auch einige Kenntnisse in der Verwertung von Gemüse und Obst erwerben. Es gibt an einigen Lehranstalten hierüber schon gute Kurse, deren Besuch zu empfehle« ist. In der freien Zeit, besonder« aber in den Wintermonaten, soll der Lehrling sich'der theoretischen Ausbildung durch Selbststudium widmen. In Abendkursen und In Fachschulen bietet sich ihm dazu die beste Gelegenheit. Das wäre in Kürze das, was man über die Lehrzeit zu sagen Jiätte. Damit ist die Ausbildung natürlich noch nicht abgeschlossen, erst mit der sogenannten Gehilfenzeit beginnt das eigentliche Erlernen. Hier gewinnt man allmählich die Sicherheit, selbständig ^u arbeiten, und man beginnt das Ineinandergreifen der Arbeiten, die- Ausnutzung jeder Bodenparzelle, das Wirtschaftliche und das Kaufmännische des Betriebes kennen zu lernen. Hier kann man erst die Pflanzenkenntriisse, die man in der Lehrzeit erwarben hat, vertiefen und erweitern, und einen Gesamtüberblick' über das Gartenbauwesen erhalten. Und wer hier eine einjährige Gehilfenzeit hinter sich hat, kann daran denken, eine höhere Gartenbauschule aufzusuchen. Dafür wäre Geisenheim in Rheinpr. zu empfehlen, denn dort kann man sich die Kenntnisse aneignen, die für Palästina am wichtigsten sind, den Obst- und Weinbau, den Gemüsebau und die Verwertung gärtnerischer Erzeugnisse. Es wäre unhöflich, mein Referat abzuschließen, ohne mit einem Wort

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