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Blau-Weiss-Blätter · 1920-10-01 · 1-2 (10.1920) · p. Seite 15

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
1-2 (10.1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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vorwiegend in den ältesten Formationen. Uid so saugen die Gebhte des Palaiozoikuirs die dichteste Bevölkerung an nücübertreffen an Volkszahl die f nichtbarsten Landesteile. Wenn sich die engliscc: Bevölkerung in einem Jahrhundert von 9 Millionen auf 32 vermehren konnte, so dankt sie es dem Kohlen- und Eisenreichtum des Landes; die agrarischenCIebiete verlieren dauernd an Volkszahl; in Lancashire, wo die dichteste Bev&Denmg wohnt, sind die Siedlungen ganz abhängig vom Vorkommen der Kohles. Doch ist ein derartiges Zurücktretender Landwirtschaft eine Ausnahme. Bei allen anderen VöJcern hat der Ackerhir— und damit die Fruchtbarkeit des Bodens — eine große, meist entscheiecde Bedeutung. Die Fruchtbarkeit hängt ab von der Beschaffenheit des Bodens/veit mehr aber noch von seiner Lage. Wenn Deutschland weniger fruchtbar ist zks Fi ankreich, so ist die Verbreitung schwer zersetzlicber Grauwacken, Kalke m± Basalte sowie tonarmer Sandböden daran schuld; und die „schwarze Erde Häriißlands und Westsibiriej s, Süd- und Nordamerikas war die Ursache gewatigex Weizenernten, unter deren Konkurrenz der Ackerbau Mittel- und Westeuropas zu E..de des vorigen Jahrhunderts so schwer litt Aber mehr als die Bonsrart bedeutet seine Lage zur Sonne und zum Wasser. Wenn die Banane, die M Sonne braucht, 105 mal ertragreicher ist als der Weizen, oder wenn 3 Broffnchtbäume einen Mann ernähren — nun, so hat es keine Not und die Arbeil ist keine Notwendigkeit. Aber die tropische Ueppigkeit der Natur ist nicht nur der Kultur, sondern oft auch dem Leben feindlich. Die Inka, die Erbauer jrnßer Tempel und Pyramiden, vermochten auf -dem Höhepunkte ihrer Macht nicht gegen den Urwald des Tieflandes vorzudringen, und hielten sich auf senem schmalen Saum zwischen Urwald und Meer, auf einer Hochebene, deren Klima den Wald fernhielt. Manche Völker, deren Boden Hoch- und Tiefland imschließt, haben Sommerdöifer auf den Höhen; im Winter ziehn sie in die Täler. Die Klimate sind der mächtigste Antrieb der Bewegungen. Immer streben üe Gebirgsvölker dem Tief lande, die Nordländer dem warmen Süden zu. Die gT3ß?n Wanderungen der Germanen nach Italien, Gallien, Spanien, Afrika, die XHtenzüge nadh Griechenland, das Eindrirgen der Arier in Indien, der Mandszhis nach China, der Tolteken nach Mexiko — immer unterwerfen die abgelisteten Nordländer die weichen und reichen Südländer. Latham legt - eine „zon* of conquest vom Amur bis zur Elbe, deren Völker im Norden die Armen mit Schwachen, im Süden , die Entnervten und Ueppigen* zu Gegnern hartes and sie unterwarfen All diese Völkerbewegungen sind auch scnst in hohem Maße naturbestimmt. Sie folgen den Flüssen oder Küsten, umgehsi Gebirge oder 2wängen sich durch die Pässe und überfluten die weiten Ebenso Wie der Orontes der Weg der assyrischen Kriegszüge zum Mittelmeer war, so fuhren die Normannen auf ihren Raubzügen flußabwärts; die Eroberung En&aiits durch die Germanen folgte den Flüssen, wie es die Besiedlung Sibiriens durch die Russen tat. Wo Gebirge vorhanden sind, rettet sich die schwächere Bevölkerung hinauf; in den Ebenen wird sie regelmäßig vernichtet Von Hunces und Avaren ist kein Rest erhalten, während in Schottland die von der Küste vertriebenen Kelten sich auf Moor » und Berg erhalten-haben. Hat ein Volk einen weiten Lebensraum gewonnen, so kann es lange in ihn hineinwachsen, wie das indische, das jetzt 300 Millionen zählt. Die ungeheueren Gebiete der vereinigten Staaten, Kanadas und Australiens * K

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