Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 6 (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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«^röfiSnuffc, die ökonomischen Bedingungen, unter denen sie leben,, und diese sind sLLr allmenschlich. Wenn also eine jüdische Erziehung, verführt von der schein- *&zat Identität des Funktionellen eines KulLnrwerLes, das allmenschlich ist, und Substantiellen, das national bedingt ist, sich, über das Funktionelle hinwegdem Substantiellen hingibt, so verläßt sie den Boden des Judentrnns, gibt au wesensfremde Realisationen des Funktionellen hin und fuhrt aus dem "-rdenrum heraus zur Auflösung. Nur so ist jene lächerliche Erscheinung erklärbar, P-ßman immer wieder zu Gleichrurgen wie Judentum-- Kantianismus — Deutsch-. Irg Oder neuerdings Judentum — Fichte --- Deutschtum kommt. Ebenso zu Gleichtrn- ^3 mit Ruffentum, ftanzösischem Wesen, englischem Handelsgeist usw., je nach dem Persönlichen Standpunkt des Vergleichenden. Lebten unter den Buschnegern Juden, VM harte auch irgendeine Gleichung zwischen diesen gewiß heterogenen Elementen. Sebrigens ist diese Wertverschiebung vom Funktionellen auf das Substantielle derjLbe Fehler, mit dem der Antisemitismus Methode Ehamberlain arbeitet. Unsere Kritik dieses Grundfehlers der Verwechselung von Funktionellem und Substantiellem darf aber nicht bei der Assimilation stehen bleiben. Wir müssen uns itzztn. mit unsere Methode unter diesem Gesichtspunkt aussieht, wie wir Lrrionalen uns mit den beiden E^iehungs stoffen ab finden, unter die wir aufprellt sind. Und da erkennen wir und müssen es einmal mit aller Klarheit und Deutlich- *dz Lussprechen: auch wir find in die Irre gegangen, auch wir erlagen der Ver- -rickmrg des Galuth, auf unsere Weise. Wir begingen denselben Fehler, nur um-;e5chrt. Wie die Assimilation sich über das Funktionelle an das Substantielle der ZTihtun verlor und so aus dem Judentum herausführte, so verliert sich die bei uns 7 krischende Anschauung über das Substantielle an das Funktionelle und führt über Judentum hinaus. Ich denke hier an den ganzen Gedankenkomplex, der kb unrer dem Einfluß von Bubers Drei Tendenzen, Einheit, Tat und Zukunft, Konzeption des motorischen und sensorischen Menschen, seiner Gegenüber- -.e2ung von Orient und Okzident entwickelt hat, und der schließlich einen wesent- Gedankeninhalt wohl unser aller bildete und teils noch bildet., Aber so unerdliches wir dieser Ideenwelt verdanken und so überragend — trotz allem — die Xm Reden dastehen, so müflerr uns doch gewisse Symptome stutzrg machen. Ich örnke hier an so .manches, was wir besonders im Zerubbaal zu lesen bekamen, und L-r me hätte geschrieben, nie hatte gedacht werden dürfen; ich denke an die Hypernopdie pazifistischer Gedailkengauge in unseren Reihen, die jede Macht unter «llen Umständen ausschließen will und die es für besser hält, sich im Zweifels-.?r2c ans Kreuz schlagen zu lassen als selbst ans Kreuz zu schlagen. Ich denke L.-. La-. Anwachsen eines anti-kapitalistischen Geistes, der schließlich dazu fiihren "2$. he&er auf Palästina zu verzichten als dort, falls es unbedingt notwendig, 4 Knusten Kompromiß mit den bestehenden Verbältnissen zu schließen; ich denke - - ruimmen unserer Jugend, die Stefan Zweigs aus dem Judentum herausführen- Jeremias neben Arnold Zweigs sammelnde ^Sendung SemaLls" stellen. Tie gedankliche Grundlage einer zu solchen Konsequenzen führenden Auf- -^ung von Judentum beruht auch hier auf einer Verwechselung des Substantiellen 1 btm Funktionellen, auf einer Wertverschiebung, entstanden aus dem Nebeneinander Erziehungsstoffe, des nichtjüdischen Alltags und des jüdischen Sabbathsm dem Substantiellen des jüdischen Volkes das allmenschliche Funktionelle zu .107