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Blau-Weiss-Blätter · 1919-01-01 · 6 (1.1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
6 (1.1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Palästina immer mehr der archimedische Punkt werden, von dem aus unsere 3irget& Stellung nimmt, von dem aus sie den eindringenden Bildungsstoff,, den jüdisch^ und den nichtjüdischen, aufnimmt. Schon die Illusion, vor allem natürlich der Wille, einen jüdischen Alltag zu haben, ein Palästinenser zu sein, wird ein gm Stück Erziehungsarbeit leisten, er wird uns helfen, das Grundnbel, das Nebeneinander zweier Erziehungsstoffe, zweier Bildungswelten zu Liberwinden. — Ei:;, bloße national-jüdische Erziehung, wie sie bisher das Prinzip der Turnerfchast war. ist deshalb so ftuchtlos, weil sie vor dem Versuch der lleberwindung des TrurrLübels zurückscheut, weil sie nicht zionistisch ist. Das Nebeneinander der beiden Bildungsstoffe also ist der rote Faden, ha ■ sich durch alle Problematik unserer Erziehung hiudurchzreht. Dieses Grundüöel bsr vor allem nicht nur bei der Assimilation, sondern auch bei uns zu einem Fehler geführt, den man fast immer übersieht und der doch von folgenschwerstem Einfluß ist. Die Erkenntnis dieses Fehlers Ln allen seinen Verzweigungen und seine Vermeidung ist eine Grundvoraussetzung, für die Erfüllung unserer Aufgabe. Ich mrrst dazu kurz auf eine Erscheinung alles Lebens Hinweisen, die, so naheliegend sic ist. mir in unserer jüdischen Erziehung noch nirgends klar genug erkannr und beach'r: zu sein scheint, - . / An jeder körperlichen und geistigen Erscheinung nehmen wir einen Robsto^ wahr, das schmeckbare, greifbare, fühlbare, begreifbare, für das die Sprache die Snostanüve geschaffen hat, das S-u b st a u £ i e i l e, wir nehmen aber auch eine Krau wahr, einen Antrieb, einen Elan, der das Substantielle geformt, gestaltet, gedüo^ hat Und weiter formt, gestaltet, bildet, das Funktionelle. Nirgends git: es Substanz ohne Funktion oder Funktion ohne Substanz. Und so enthalt auch aller Erziehungsstoff Funktionelles und Substantielles. Bei. der Assimilation trat nur folgendes ein: Indem sie den Stoff der jüdischen Bildmrgswelt bewußt vernachlässige, ^übernahm sie sehr bald mit dem fremden Stoff auch die fremden Wertungen und wo uran noch die Absicht hatte, jüdisch zu sein, sühne es schließlich auch dazu, aller, was groß und erhaben ist, oft auch nur das, was moralisch ist, als ZudentnL - anzu'sprecyen, indem' mau nämlich aus einer sehr begreiflichen und von dem, der diesen Zusammenhang nicht einmal durchschaut hat, kaum zu vermeidenden Ser: Verschiebung, wie ich es nennen möchte, .das an. jeder bedeutenden außerjndischctt Erscheinung funktionell große mit ihrem substantiellen vermesse l t e. Man witterte, angewiesen auf den außerjüdischen Erziehungsstöff, in aller Größe bei den andern Jüdisches, wenigstens da, wo man noch jüdisch sein wollre. , jeder suchte und fartb es scheinbar natürlich aus dem ihm Nächstliegenden Gebäre. Tatsächlich ist nun auch — nämlich das Funktionelle und nicht nur das große — - j ed er Erscheinung auch jüdisch, aber nur insofern, als das Funktionelle all mellschlich ist. Es ist natürlich auch ebenso deutsch wie es russisch und chinesisch Der große Fehler begann da, wo man von dem Funktionellen, das menschlich ist, auf das Substantielle Übergriff, das individuell ist. Der große Fedäliegt da, wo man Getriebenes für Treibendes, Bewegtes für Bewegendes' Das Substantielle einer Kulturleistung, eines Wertes ist bedingt durch den son'.- tischen Aufbau seiner Träger, das Klima, die geographische Lage, die polit:'-

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