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Blau-Weiss-Blätter · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. [Seite]

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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wollen wir, daß sich die beiden wirklich. Wischen Jugend verbände gegenseitig bekriegen, wo gemeinsam so Großes, Herrliches geleistet werden könnte? Ich meine: Könnte die thoratreue Jugend unseres Volkes, wenn wir ihr heilig geloben, immer undim wahrsten und reinsten Sinne des Wortes Wisch za sein, das Wische Gesetz zu achten und nichts zu unternehmen was gegen Sinn. Geist und Inhalt beäfel&eti verstößt, nicht mit uns hinauswandern in die göttliche Ngtnr, könnte sie nicht mit uns jüdische Lieder singen, mit uns die heiße Sehnsucht nach Zion empfinden? — und könnten wir, die wir znm Teil noch vor ganz kurzer Zeit dem Judentume völlig entfremdet waren, nicht bei ihnen lernrn, bei ihnen, die so glücklich waren, scholl von frühester Jugend auf im Geiste der Thora, der jüdischen Geschichte, der hebräischen Sprache erzogen zu sein, könnten sie uns nicht unendlich viel Jüdisches bieten, mehr als wir uns selbst je erarbeiten können?? — ' . - . . . - Ich glaube, daß es sein könnte und ich glaube. Laß es ein unendlich hohes Glück für-^beide Teile sein würde. Wir geben ihnen Jugendmnt, Begeisterung, den Zusammenhang mit der Natur, alles Frische, Natürliche, Echte und Aufrechte, das wir im Golus verloren hatten und sie geben uns dafür von ihrem geistigen Schatze, uns daß auch wir des jüdischen Schristttrms teilhaftig werden konnten, des kostbarsten Erbes unserer Vorfahren. So, glaube ich, könnte wohl eine Gemeinschaft aller jungen Juden entstehen, die so groß und schön wäre, daß ich sie kaum zu träumen wage!! Wir Münchener haben z. B. von diesem Geiste getragen neulich im Stadtbeim am ersten Tage des Festes eine Schewuasfeier veranstaltet,bei welcher nach einer einkeitellden Ansprache das Buch Ruth, das Festgedicht ans dem Machsar, welches den Monolog der Thora über ihre Mitwirkung bei der Weltenschöpfung und die Sehnsucht dem Volke geoffenbart zu werden, zum Gegenstand hat, ferner die Hasthora des 2. Tages, die berühmte Prophezeiung Habakuks üt der herrlichen Herderschell Aebertragung und daran anschließend die machtvoll wirkenden Schlußbenedeinngen der Prophetenabschnitte' vorgelesen. Den Schluß machte das Rosenfeld'sche Gedicht „Der jüdische Mai" und dann sangen wir alle: „Wir heben die Hand gett Misrach" usw. — Somit wollten wir alle fiir diesen Tag paffenden religiösen und nationale!: Stimmullgen in Eins verschmelzen und hatten die ftohe Befriedigung. Laß unsere Jugend an diesem Tage die wahre Festesftimmung der heilig ernsten Scbewuastage überkam. München - . - Unny Fränkel Leitsätze für die Gründung eines Snndrs jüdischer Wanderer (Kund alter Klan-Weißer) 1. Der Bund jüdischer Wanderer (Wandergruppe des Blan-Werß- Gltern- Änd Freundesrats) umfaßt jene Mitglieder des Eltern- und Frenndesrats. welche aus den Jugendgruppen des Blau-Weiß hervorgegaWG MM.entschloffen find, ihr Leben nach den Idealen des Btau-Weiß in GemÄnWaft mit den dort gefundenen Gefährten zu gestalten. 24

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