Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 5 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2708691-2708692-2708697--092-2708823- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kiarr-Meiß Jugend »nd Ihoralrrne Jugend Der Kampf beginnt! Nach allen Seiten müssen wir uns wehren, denn man die Gemeinschaft, die wir jüngsten Inden uns geschaffen, sprengen. Wir LÜe wissen, daß dies nie, niemals gelingen wird, denn jeder einzelne von uns ift von unserer guten und großen Sache so felsenfest, so im tiefsten Herzen überzesgt, und alle Einzelnen von uns bilden eine so starke unzerstörbare Macht, daß Dir den Kampf, ruhig anfnehmen können — wir müssen ja siegen! Was wir aber heute brauchen ist unbedingte Klarheit in allen Blau-Weißmrgelegenheiten und unbedingte Einheit in allen Fragen unserer Gemeinschaft. Der Kampf muß einheitlich geführt werden, damit er stark und schlagend geführt werden Jana — Einer für alle und Alle für Einen! Nicht unser Wandern, unser Jungsein greift man an, es geht um das Größere, es gebt um den jüdischen Geist unsrer Bewegung. Zwei Richtungen sind es, die vA unsere Jugend erbittert kämpfen wollen, um sie uns wieder zu entreißen. •fcuctcrC« sind ihre Gründe. Der einen größeren Bewegung sind wir zu jüdisch, der anderen kleineren aber gefährlicheren sind wir zu unjüdisch. — Was wir denen zu erwidern haben, die uns unser Judentum absprechen wollen, die es verneinen» die es atz verderblichen politischen Einfluß auf die Jugend bezeichnen wissen, wir alle, denn da gibt es eben nur eine Antwort: Wir sind jiidnL, weil wir es sein müssen!— , ' Ich will heute von jener andern jüdischen Richtung sprechen, denn mit ihr es meiner Meinung nach nur Eines geben — Einigung und Versöhnung, inu erbitterter Kampf muß im Interesse der ganzen jüdischen Jugend unbedingt rcrmicdcn werden. — Schon einmal wurde uns der Vorwurf der. „Unjüdischkeit"-gemacht — Sdioltm war es, der damals viel Verwirrung in unsere Reihen brachte. Wir loisse» heute, daß den Scholemschen Ideen jede Kraft und Jugendlichkeit fehlt, daß unser Weg anders aussehen muß als der von ihm gewiesene, weil wir die jüdische Jugend sind. Beftemden muß es uns aber, daß sich ein ganzer Teil der positiv Mischen Jugend von uns wendet mit der Begründung, daß ihnen unsere Gemeinschaft zu Ln indisch sei, und zwar ist es ein Teil der jüdischen Jugend, die wir unbedingt zu unserer Arbeit brauchen, die uns wahres echtes Indisches bringen kann, es ist die rhoratrcue Jugend. — Als ich neulich in den Blättern der „Agudas Jisrael Jngendorgauisiation" las, daß man sich hier mit dem Gedanken trägt leine neue jungjüdische Wanderdrweguug auf wirklich jüdischer Basis zu gründen — da war ich bestürzt und sehr, sehr traurig. Sollte unser Blau-Weiß nicht dre Gemeinschaft für jeden positiv jüdisch denkenden jungen Menschen sein können?—"Gibt es bei uns jungen vorurteilsfreien Juden nicht eine Auffassung vom Judentum, nämlich alles alles Jüdische zu Pssegen, alle Tage unseres Lebens? Wir sehen draußen den Kampf der Alten zwischen Orthodoxie und Ziouisvns entbrenne^ wollen wir Jungen diesen unseligen Bruderzwist nicht verhüten, 93