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Blau-Weiss-Blätter · 1918-03-01 · 4 (3.1918) · p. [Seite]

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
4 (3.1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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«Lustige Erziehung zu Vernunft und Gerechtigkeit. Man braucht die jüdische Jugend pur tatsächlich, nicht in Programmschriften blos zu freien, auftechten Menschen zu ziehen. Man braucht sie nur etwas mehr als bisher davon zu überzeugen, daß Gute, Wohlwollen und ZurLickhaltung, menschliche Tugenden sind, die eine Gemeinschaft begründen. Wenn die jüdische Jugend das allewissen wird, dann wird sie Mst sich ihre Helden suchen, und eS werden jüdische Helden sein. Vielleicht keine der Vergangenheit, sondern solche der Zukunft. Denn auch das gibt^8/ Oder sie Wird sie, jenem Gesetz folgend, das wir oben nannten, doch im Vergangenen finden, gerade weil sie sie in der Zukrmst sucht. i BreSlau. Franz Ludwig Meyer. K«fere Erziehung Es ist sehr erfreulich, daß in der Führerzeitnng der Kampf um die Grundlagen unserer Gemeinschaft, um das Ziel unserer Erziehung entbrannt ist. Sicherlich ist zu einer nutzbringenden äußeren Arbeit erst einmal Klarheit über den Aufbau unseres Bundes nötig, über die inneren Kräfte, die in ihrem Ringen die Entwickelung schaffen. Fern sei uns jede Uniformierung der widerstrebenden Anschauung, jede Schematisierung der gestellten Aufgabe, Rur eins haben wir zn fordern: Einheit der Grundbegriffe. Wir müssen dasselbe meinen, wenn wir von der Erziehung zum „jüdischen Menschen" reden, oder wenn wir uns gegen die Thesen Scholems wenden. Und der Beispiele gibt es noch viele. Deshalb sollen wir uns hüten, einfaches mit großen Worten zu sagen, in primitives Probleme hineinzulegen, die nicht vorhanden sind. Leider sind viele dieser Kraftprobe erlegen. Gedanken, die sich Menschen wie Buber erst nach Kämpfen errungen, werden als selbstverständliche Wahrheiten größtenteils nur halb verstanden in die Masse geschleudert. Begriffe wie „jüdischer Inhalt", „jüdische Form", zu deren Verständnis doch erst einmal gehört, sich überhaupt über „Inhalt" und „Form" klar zu sein, werden als Grnndanschauungen Ausgangspunkte weiterer metaphysischer Betrachtungen. MS ob der Wortschatz und die Begriffsprägung des Buberschen „Juden" überall hingehört! Als ob mehr Klarheit herrscht, wenn einfache Gedanken mit großen und schönen Worten ausgeschmückt werden! Ich habe dies vorausgeschickt, weil ich weiß, daß ich mich mit Folgendem gegen den „heiligen Geist" der Bewegung versündige, weil ich aber lieber „das nüchterne Programm einer Parteischule" aufstellen will, als mit Begriffen operieren, zu deren völliger Erfassung einige Lebensjahre mehr gehören, als ich und die meisten von uns zählen. Damit komme ich in meckias res. Bei den meisten Erörterungen über unsere Erziehung scheint man absichtlich nicht berücksichtigt zu haben, daß wir erstens unsere Jungens und Mädels nur bis i« einem gewissen Alter erziehen, und daß zum anderen unsere Führer auch wiederum einem bestimmten jugendlichen Alter angehören. Es sind dies beides Momente, bie eng mit einander verknüpft sind, und die vereint auf eine bestimmte Art der Erziehung hinzielen. Wir geben unsere Wanderer — von den wenigen Führeranwärtern abge- —- in einem Alter ab, in dem von irgendeiner innerlichen Vollendung noch keineswegs die Rede sein kann. Im Gegenteil: diese Zeit von 17—18 Jahren, in 75

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