Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 4 (3.1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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propagieren. Es fehlt nicht nur die für den Bauernbetrieb n n u m g ä n g I i H nötige Landfrau, die die Hof-, Garten- und Hauswirtschaft zu besorgen versteht, auch fast fiir alle Männer ist die Betätigung auf Grund und Boden ein Mvmn. . Die vorhandenen einzelnen Fachlente und die wenigen jüdischen Bauernfamilien, hie. iM Osten Europas in echt bäuerlichem Sinn auf ihrer, ihnen lieb gewordenes Scholle leben,, können nnd dürren nicht maßgebend sein für die Erwägung, welche Betriebsart bei der jüdischen Kolonisation in Palästina Auswahlen sei, da sie ja nur eine Ausnahme bilden und nur wenige von diesen wenigen große Luft zur Auswanderung nach Palästina bezeugen. kt> vk :. . * - z Es handelt sich ja in der Hauptsache um Leute, die — das sei gern zugegeben — mit grrten Eigcllschaften des Geistes und der Seele ansgestattet such; Manche bringen auch die rein körperliche Eignung zu.- manuellen Arbeiten mit, aber eS find doch mit verschwindenden Ausnahmen Menschen, die bis zu ihrer Einwanderung in Palästina nicht nur keine Arbeit tu Feld^ und Garten ausgeführt haben, sondern auch selten aus der Stadt herausgekommen.sind und fast nie Sinn urd Interesse für ländliches Leben und landwirtschaftliches Schaffen hatten. Diese und solche Menschen können, sofort auf kleinbäuerliche Betriebe gesetzt, me und nimmer sich und das Siedlungswerk in Palästina vorwärts bringe Das nationale Judentum, das sich eine eigene Volksgemeinschaft grüßen >suL Muß vorerst auch in bezug auf Berufseignung und Derufsschichtung eine Regenerations- Periode durchmachen. Ein Stadium des Um- und Erlernens ist eine absolute Notwendigkeit. Mt diesem Gedanken, dieser zwingenden Voraussetzung muß man sich absinden und muß dementsprechend die erste Phase der „praktischen Arbeit" einleiten. Es erscheint zweckmäßig, ja notwendig, die Ausbildung tüchtiger landwirtschaftlicher Vorarbeiter, technisch geschulter und geübter Agrar-Handwerker, beruMch gründlich gebildeter und praktisch erfahrener Wirtschaftsbeamter und BetriebsWer irr den Wirtsländern der Juden zu veranlaffen und dieses Werk durch Erteilung materieller Hilfe aus Mitteln der jüdischen Allgemeinheit zu fördern und zu bewickön. Nur derart können wir allmählich die bei der jüdischen Kolonisation unumgänglich Nötigen Lehr- und Wirtschaftskräfte erhalten. :: Zunge Männer und Frauen sollten vor ihrer Einwanderung in Palästina sich auf bewährten Lehrgütern^ auf guten Guts- und Bauernwirtschaften in mehrjähriger praktischer Arbeit Schaffensfreudigkeit und Benrfstiichtigkeit aneignen, damit sich recht zu deu für sie genügend großen Schwierigkeiten der Akklimatisation, der neuen srMken Verhaltniffe, der drrrch die Primitivität Palästinas gegebenen EntbehrruWU gewohnter Knlturbedürstnffe auch noch die Mühseligkeiten der ersten praktischen Lchrz«t gesellen. - Auch dürfte es bestimmt weder gegen den Geist des Nationalismus, «ch g^en die Zweckmäßigkeit ansich verstoßen, wenn aus nationalen Mitteln Lehrgüter mben Wirtslandern begründet würden, die, ohne Wohltätigkeit ausüben zu wollen, Gelegenheit zu gediegener Berufsausbildung bieten. * „ - f ' In Palästina selbst ist ein System bester landwirtschaftlicher LehransWten mü» WiÄschaftsschulen zur Ausbildung praktischer Landwirte und tüchtiger Landftäuen durchzufiihren. - Die Leitung dieser praktischen Lehrstätten ist nur tüchtigen, bereits bewährten Fachleuten in Ermangelung eigener Kräfte miiffen hierfür Nichtjuden, auch unter Auswendrmg größerer Geldmittel, gewonnen werden — zu übertragen. 69