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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · p. [Seite]

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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irgendwie verwandt aber doch fremd und fern ist? Unser. Judentum, unser Zionismus ist anders: Aufbau in der Zukunft gegründet auf die Wesenheiten «nseres Seins, Menschentum zu schaffen Ln -erjBesonderheit des Juden, in seiner Intensität, in seiner Form. — Man erkenne sich, und man wird dieses sehen: Es ist wahr, wir sind dem jüdischen Volk, wie es war und wie es scheute im Osten ist, fremd und fern geworden, aber nah geblieben ist in seiner triebhafte» und getriebenen Hast noch der jüdische Anwalt der Großstadt, noch der ärgste „Äsfimilant" dem Judentum. Die Erziehung aber zu jüdischen Menschen, wie Ihr zumeist sie versteht, soll Bindungen geben ans Volk, nur Bindungen ans Volk, wie es war und ist, und nicht wie es wird und werden soll. Ihr verurteilt Euch damit zu freudloser Passivität. Es ist hier nicht die Frage, öd man Hebräisch, Geschichte usw. lerne«, ob man Perez lesen soll oder nicht, das find Selbstverständlichkeiten; aber es geht um die Frage der Wesenheit dieser Dinge für uns. Es ist notwendig, daß wir einmal wieder unsere Sprache sprechen, in ihr Bibel Lesen, in ihr denken, notwendig, daß wir vom Leben unseres Volkes wissen, aber. diese Notwendigkeiten sind für uns Voraussetzungen und Mittel, niemals aber das Ziel. Wir, Kinder und Erben Europas geworden, mußten eine andere Lebensform gestalten als unser Volk im Osten. Und nicht also kann es sich für unser neues, zukünftiges Sein um Rückkehr handeln, sondern ein Vorwärts, ein Zusammengehen von Brüdern, die lange getrennt waren. Bindung und Gemeinschaft und Bejahung unsres Seins wollen wir in der Zukunft. Die Bindung, die Einung mit der Welt des Ostens durch das Verstehen, die Gemeinschaft unsres Weges und das Bejahen unsres Seins, dieses Seins in seiner Fragwürdigkeit, in seiner Dualität, aber auch in seiner „Richtung" dieses zur Einheit gerichteten Seins. Wir können nicht verleugnen, was mit uns wuchs: die Idee Europas. Und wir wollen es nicht. . Wir wissen um das Glück des vereinenden Seins, nur ist es an uns, das einende Sein zu leben, zu verwirklichen. V . Dieses aber erkennend, reicht es nun nicht mehr aus, der Jugend jüdische Inhalte zu geben. Perez erzählt von der Judengaffe und diese Judengaffe ist ihm stärkste Wirklichkeit. Uns aber fehlt diese innige Beziehung zu jener Welt der Cheder und der Jesckiwah. Unsere Kunst, Blut von unserm Blut steht auf anderm Bode«: Buber und Max Brod und Werfel und vielleicht die Brr'rder Männ (ich nenne hier Repräsentanten) sind die Verkrinder unseres Seins. Nicht „jüdische Inhalte" finde ich in ihren Werken, aber unser Geist, unsere Qual und-unser Glück, unsere tiefste Not, aus der unsere Erlösung geboren ward. — Noch ein Wort als Antwort an Gerhard Scholem. Es geht uns nicht um Zionismus und irgend etwas anderes. Unsere Einstellung ist anders. Wenn wir nicht Lösung eines Problems, sondern die Erlösung unsres Selbst in all dem sehen, was mit einem schon zu sehr begrenzenden Sinn Zionismus genannt wird, so geht es uns um unser Menschentum,.unser besonderes, eigenlebendiges Menschentum als Jude. Dann aber erscheint uns.das „andere" z. B. der Sozialismus als ein Teil der Welt, die wir im Ganzen sehen als „jüdischer Mensch." Im siebenbürgisch - rnmänischen G r e n z g e b i r g e (1230 m), 1. v. 17. » ern er Senator

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