Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Slarr-MriK m Oesterreich Lieber M. wenn ich daran gehe. Dir — Deinem Wunsche entsprechend — ein Bild der gegenwärtig en österreichischen Blau-Weiß-Verhältnisse zu liefern, so empfinde ich von allem Anfang eine Tatsache als störendes Hindernis: bis zum heutigen Tage ist noch niemals eine Arbeit erschienen, die irgendwie — vor allen: ohne Beschönigung — einen Einblick in die Lage und das Wesen Äs österreichischen Bundes zu geben geeignet gewesen Ware. Euere Bünde haben keine Ahnung, wie *£ eigentlich bei uns ausfieht, auf welchen Grundlagen unsere Arbeit ruht, und so mußte ich denn, sollen die gegenwärtigen Verhältniffe nur halbwegs verständlich weÄen, eigentlich ein ganzes großes Stück Geschichte unseres Bundes schreiben. ZKrs dreierlei Gründen will ich dies aber nicht tun. Erstens, weil mir im Augenblick gar nicht das erforderliche Material zur Verfügung steht, zweitens, weil Du ja nur eine kurze, in den Rahmen Deiner Rundschreiben paffende Darstellung brauchen kannst, und drittens, weil das, was wir Geschichte des österreichischen Bundes nenneu, leider eine Summe von sehr viel Unerfreulichem ist und ich gerade jetzt aus ganz bestimmten Gründen eine Schilderung dieses Unerfreulichen vermeiden möchte. Ich will mich also zur Einleitung nur auf das Wichtigste, für das Verständnis unserer gegenwärtigen Situation unumgänglich Notwendige beschränken. — Zm Herbst vorigen Jahres vereinigten sich die bis dahin ohne allen gemeinsamen Zusaurmenhang arbeitenden österreichischen Bünde zum ersten Male zu gemeinsamer Aktion. Wir hatten von Teplitz aus die „Frage- und Antwortblätter" angeregt, eine Sache, welche sofort großen Beifall fand und sich als lebensfähig erwies, weil sie gerade damals dem Bedürfnis der völlig isoliert stehenden, in allen Fragen auf sich allein angewiesenen Führerschaften in richtiger Weise entgegenkam. Den bleibenden, fast möchte ich sagen, historischen Wert dieser ihrem ganzen Wesen nach natürlich nur als ein Provisorium gedachten Aktion sehe ich aber darin, daß sich vom Zeitpunkte des Erscheinens der Frageblätter nun auch zum ersten Male be& organisatorische Leben im österreichischen Bunde zu regen begann: zum ersten Male gelang es, ein verläßliches Adreffenverzeichnis der Führerschaften herzustellen, und überhaupt mit einiger Zuverlässigkeit zu konstatieren, wo in Oesterreich arbeitende Büm-Weiß-Gruppen existieren. . . . Zu Weihnachten 1916 gab es dann zwei Führertage. Der eine — ursprünglich als allgemeiner österreichischer Bundes- und Führertag geplant — vereinigte in Olmütz die Vertreter der innerösterreichischen, mährischen und schlesischen Führerschaften. Die Führerschaften Böhmens, welche (aus Gründen, die hier auszuführen, zu weit ginge) ihre Teilnahme an der Olmützer Tagung verweigerten, kamen zu kurzer Beratung in Teplitz zusammen. Diese beiden Führertage hatten außer der Tatsache, daß sich zum ersten Male auch die Führerschaften weiter entfernter Bünde kennen zu lernen Gelegenheit hatten, eigentlich nur.einen praktischen Erfolg: die Frage der Brpldeslcitung, die seit Kriegsbeginn das Problem des österreichischen Blmdes gebildet hatte, wurde über den Vorschlag der böhmischen Führerschaften in der Weise gelöst, daß von der Wahl einer Wiener Bundesleitung abgesehen und Line aus je 2 böhmischen und mährischen und je einem innerösterreichischen und schlesischen Mitglieds bestehende neue Bundesleitnng eingesetzt wurde. .DLL Mue^Bundesleitung hatte am 28. Jänner in Wien ihre erste Sitzung, m wÄcher-^ineMessorteinteilung und ein für die ersten Wochen geltendes Aröeits- 57