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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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|ren Sinn für das Gestalten jüdischer Dinge bewundert, ihre Liebe für die Aesthetik Wischer Tracht und Sitte (auch da, wo sie uns „Dentschsehenden* nnasthctilsch erscheinen Vnnte) gesehen Habens wenn man die Möglichkeit jüdischer Mädchenarbeit würdigen will*). Wir brauchen die Mädchen für Palästina so nötig wie die Jnngens. W« all dies verkennt, wer den Wert unsrer Mädchengruppen herabsetzt, steht nur unjüdisch. Andrerseits ist damit über die Zusammenarbeit an sich noch nichts ausgesagt Mir erscheint eine klare, offene Stellung das Beste. Die Formenden, Geistigen werden, die Jungens sein. Getrennte Wanderungen und Heimabende muffen überall gefordert werden. Was mir aber unnatürlich erscheint, ist die Fremdheit, die daraus in manchen Bünden, von der Führerschaft ausgehend, refüfc ticrt In der Führerschaft ist diese Spannung, besonders wenn man sie auf Jüngere zu übertragen sucht, schädlich, meist auch unhaltbar. Im Wandervogel fttib getrennte Führerschaften möglich, bei uns kommt es nur auf das nationaljüdische Ziel an, also eine bewußte Aufgabe. Hier ist ein Zusammenarbeiten nicht nur möglich, sonder«, wenn man sich einzig auf das Ziel besinnt, dringend erforderlich. Die Arbeit laßt sich auch in Berlin persönlicher und damit sachlicher gestalte»; wir muffen das von der Führerschaft fordern. Die Kraßheit der Stellung ist z. T. auch nur hervorgerufen durch das System der jungen Schülerführer. Das Hineintragen allgemein-menschlicher Probleme als Hauptsache ist in unsrer heutigen Lage in. E. schädlich. Zn kleineren Bünden, und man muß sich in Berlin daran gewöhnen, andere auch mit nicht-berlinerischem Maßstab zu messen, ist vieles natürlicher. Man sieht hier oft mehr das große jüdische Ziel, und Fragen, wie die der getreunten Führerschaft werden in dem engeren Kreise nicht so akut. Die Fragen, die hier oft aus dem engeren Konnex resultieren, sind nur persönlicher Art und darum nicht zu erörtern. Es konnten hier nur ganz andeutungsweise einige Fragen gestreift werden Eine Diskussion dieser Dinge erscheint mir sehr not. Vor allem ist dabei aber ein Vorbeireden zu vermeiden, das sich aus der verschiedenen Lage der einzelnen Bünde ergeben könnte. Und dann darf nie vergessen werden, daß die gestreiften Fragen nur zu den nebensächlichen gehören vor den riesenhaften Problemen der Not des Volkes. / Posen-Berlin -/- Dalt er Preuß . *) Hier liegt eine spezifische Begabung der Mädchen, die nie ein Junge er- ' setzen kann. / Jüdische Erzieh««- Was soll gesagt sein, wenn wir in unserer Gemeinschaft von jüdischer Erziehung unserer Jugend sprechen? Zumeist steht dahinter die Forderung, jüdische Inhalte zu geben : Hebräisch, jüdische Geschichte, jüdische Literatur als ein Weg zu der immer noch unbekannten Welt des Ostjuden, Zionismus. So etwa sehen die Inhalte aus, die unsere Irgend zu jüdischen Menschen (das wollen wir docy alle) machen sollen. Jüdische Menschen. Kann das für uns Westjuden, die wir, losgelöst von der Masse des Volkes, ftemd geworden dem Leben unseres Volkes im Osten, dennoch, auch wir wie jene, eine jüdische Kultur geschaffen haben, kann das für uns heißen: aufzugeben all das, was, mit unserem Blute geschaffen. Form unseres lebendigsten Sems geworden ist, zurückzukehren in die geeinte Vergangenheit, die uns schön und .öS

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