Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2708691-2708692-2708695--051-2708780
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

klaren und zu widerlegen. Ich bin dabei jedesmal vom Negativen ansgegangen und habe die positive Forderung gerade noch berührt. Es gilt also jetzt noch klarzustellen, wie derlHeimabend nun wirklich fein soll. Da kommt nun für beider keine Heimabende „machen" kann, eine traurige Eröffnung: denn das kann man überhaupt nicht sagen! Anfangs erwähnte ich, daß der Versuch, der im 1. Heft der Führerzeitung gemacht, als gescheitert zu betrachten ist: denn gerade das Wichtigste kann man aus diesen Berichten nicht entnehmen. Sie geben uns wohl verschiedene Themata und einige hübsche jüdische Spiele — diesen Effekt erreicht man besser und ausführlicher, wenn die Schristleitung einmal einen Auszug aus den hervorragend lehrreichen Monatsberichten der Berliner Führer und Führermnen gibt. — Sie geben uns ferner die Auffassung der Schreibenden über zwei biblische Gestalten mir genauerem Literaturnachweis wieder — auch hier: siehe Monatsberichte —; aber von dem Heimabend selbst lassen sie keine Vorstellung: ob der betreffende Führer nur seine Kenntnisse hat leuchten lassen, ob er ein Seminar über Bibel oder and. abhalt oder ob der Anlaß zu dem Thema von irgend einem Jungen oder einem gemeinsamen Gespräch ausgegangen ist, ob und wie sich alle beteiligt haben und so der Heimabend durch ihr lebendiges Jnteresseerlebnis reich mrd aktuell geworden ist. — Das wären unter anderen: Fragen gewesen, die mich interessiert und belehrt hätten. Mit einem Wort: es ist unerhört schwierig, aber durchaus nicht unmögüch. einen Heimabendbcricht so wiederzugeben, daß der Leser an ibm lernt,., wenn er überhaupt lernen will. Ob der Heimabend an. und fitr sich allerdings nicht viel zu individuell und von - hier noch ausznfnhrenden — besonderen Momenten abhängig ist. bleibt dahingestellt. Wenn man sich indessen von den Einzelheiten der Methode unabhängig machen kann, dann lasser: sich noch eine ganze Menge allgemeiner, äußerst wichtiger Maximen aufftellen, welche den Heimabend schon so festlege», . daß jede weitere Forderung im Sinne seiner Gestaltungsmöglichkeit hemmend wirken muß. Wie weit der..Kurs" (Bibel, Geschichte 2c.) am Platze und nützlich ist. habe ich vorhin erwähnt. Er wird ja auch eigentlich garnicht als Heimabend im svezißschen Sinne betrachtet, sondern läuft als mehr private Veranstaltung neben dem Zugleben her. Wenn sich die erwähnte Auffassung, die den Heimabend in ein Abhängigkeftsverhältms zu der Wanderung setzt, halten läßt, so muß er in jeglicher Beziehung zumindestens das intensivieren, was an Werten durch und auf der Wanderung geschaffen wird. Darum erscheint es mir an dieser Stelle notig, noch( einmal das Verhältnis des Wanderns zur jüdischen Jugendbewegung zu streifen. Ich muß hier Moses Ealvary nach dem, was er in Lockwitz gesagt hat, doch widersprechen. Zhm wird es nicht möglich. Beides, „das menschliche und jüdische Ziel" in Verbindung zu setzen; ihm ist das Wandern Form zu dem jüdischen Inhalt, und er findet in unserem Wandern nichts Unterschiedliches zum Wandern des Wandervogels. Da aber unser gemeinsames Ziel ein durchaus jüdisches ist, so hatten dann die Leute Recht, welche die Heimabende als wesentlichstes Merkmal unserer Bewegung betonem Und doch fehlen alle Voraussetzungen, die zu einer derartigen Gleichstellung berechtigen. Hier der Jude — dort der Germane, hier nationaljudisch — dort nationaldeutsch, hier die Tendenz, sich den Einflüssen der Umwelt, der Natur und der Mellschen zu entziehen - dort Intensivierung der Liebe zum Boden mrl) seinen Bewohnern. Und das sind nur wenige Beispiele. Und doch genügen fie, um an ihnen die Verschiedenheit zu illustrieren oder zum mindesten darzustellen, daß sich hier Unterschiede zu entwickeln beginrlen. Auf die besondere Art jüdischen Li)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.