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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · p. [Seite]

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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«nrn botanischen Kursus einrichtet, welche Lüeratur er benutzt, um sich astronomische Kenntnisse zu verschaffen. Es wird ein Ueberblkck gegeben über die Literatur der für uns wichtigsten Wissenschaften und über die Möglichkeit, das Erlernte w neuen Kursen weiter zu verarbeiten. Der zweite Teil umfaßt eine Umschau über alle Erscheinungen der Lebensreformen. Zunächst ist eine möglichst objektive Darstellung des Wandervogels, des Vortrupps, der frcidcutschen Jugend überhaupt aller lebensreformerischen Bewegungen zu geben, die Alkoholfrage, die Frage der Arbeitsschule^des Siedlungs- Heimes usw. zu besprechen. Es ist notwendig, daß der Führer über all diese Fragen Bescheid weiß, wie es selbstverständlich ist, daß ein Jugendführer die Erscheinungen der Jugendbewegung kennt und sich mit ihnen auseinandersetzt. Denn die Fragen,, um die es sich hier handelt, sind nicht Fragen der deutschen Jugend, mögen sie hier auch besonders akut erscheinen oder sich uns hier am klarsten darstellen, sondern es sind Fragen der Jugendbewegung überhaupt, von der wir selbst einen Teil bilden. Der dritte Teil behandelt unsere Frage, er sucht unter großen Gesichtspunkten nlle Stoffe zusammenzufaffen, die sich für uns im Zusammenhang mit dem Blau- Weiß ergeben. Während die Literatur zu den beiden ersten Teilen sehr bedeutend ist, kommt es hier einzig und allein auf selbstständige Arbeit an, als Produkt eigenen. Denkens und der im Blau-Weiß gesammelten Erfahrungen. Im Rahmen dieses Referates kann es mir nur darauf ankommen. die Fragestellumg zu bringen, aus ihre Losung kann ich nicht näher eingehen. Es kommt hier zunächst zur Aussprache über unser Erziehungsziel: dazu gehört eine Darstellung unserer Stellung in der Judenheit, unserer Ideen in der jüdischen Bewegung, unserer Beziehung zum Zionismus, zur Orthodoxie, zu allen rrgerüttvie wichtig erscheinenden Erscheinungsformen im Judentum. Die Klarheitüber das Erziehungsziel führt zur Frage der Möglichkeiten. es zu erreichen. Unsere Methode wäre dieses Kapitel zu benennen. Weiter wäre hier der Aufbau unserer Gemeinschaft zu erörtern und tu diesem Zusammenhang auch hie Stellung des Blau - Weiß zur Jugendkultur. Der Abschluß dieser Atthe von Heimabenden würde daun durch den Versuch beschlossen werden, selbst ein System der Heimabende aufzustellen. -. . , V. Ich habe versucht, ein Stoffgebiet in eine Art Schema hineinzubringen, deffen tieffler Sinn gerade darin liegt, daß cs sich nicht in ein System hineinbriugen laßt; den» der Blau-Weiß ist Leben, und das Vertiefen in seinen Geist ist sinnlos, wenn «S nicht, Antrieb zu neuem Handeln für den Blau-Weiß wird. Äenn uns der Heimabend aber zu einer Vertiefung dieses Lebens führt, wenn er uns immer aufs neue Wischen Geist offenbart, dann sind wir auch berechtigt, das Stoffgebiet, daS sich uns mit ihm verbindet, unter gewiffen Gesichtspunkten zu ordnen. Die drei Ziele, die ich aufgesteckt habe, bilden drei Etappen zu dem Endziele, das uns immer vor Augen stehen soll: „Die jüdische Jugend bewußt erleben zu kaffen, daß sie jüdisch ist und daß sie jung ist, daß sie die Aufgabe hat, sich zu den Besten des jüdischen Volkes zn erziehen, damit sie einst Führer werden kann tn der Not LeS Judentums, und daß sie in diesem Willen, das Judentum zu steigern, eS freier, schöner und höher zu machen, nach höchstem Menschentum streben muß/ Breslau-Ohlau Martin Nathmann 4T

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