Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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werden wir ihr immer-'zu begegnen wissen, wenn wir dieWandernnz weiter al& unsere wesentlichste, überhaupt als unsere Lebensform ansehen. und wenn wir de« Geist im Btamoeiß einzüpstanzcn versuchen, nur um lebendiges Judentum bei unszu erwecken. ' Als wichtigsten Weg zu diesem Ziele sehe ich das Erlernen der hebräische« Sprache und das Verständnis des Jiddischen, einmal als Gemeinschaft knüpfendes Band, dann weil nur das Beherrschen der hebräischen Sprache uns dem Verständnis derjenigen näher bringt, die bereits viel tiefer in der jüdischen Kultur stehen als wir- Jch kann hier im Rahmen dieses Referates nicht eingehend auf die Frage der hebräischen Kurse eingeben. Nach den Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe^ wäre es verfehlt, zunächst etwa nach dem Buche. von Rath sich systematisch die Sprache beizubringen. Wir sind gerade dabei, unsere Kurse jetzt so einzurichten, daß in einem Anfängerkursus ungefähr die ersten 40 Stricke des Rath ordentlich, aber möglichst schnell durchgcackert werden, daß dann die noch fehlenden wichtigsten Erscheinungen, der hebräischen. Grammatik abgehandelt werden, dies meistens aber auch schon an der'Hand von Lesestoff. Lektüre bleibt die Hauptsache, denn sie Haft die Freude an der hebräischen Sprache dauernd Lebendig, solange man sie nicht auch als Umgangssprache benutzt. Heimabende zu botanischen oder sonstwie naturwissenschaftlichen Kursen umzugestalten, halte ich nach eigenen Erfahrungen nicht für günstig. Es ist wohl möglich an 2—3 Heimabenden über einige Kapitet aus der Botanik oder Geologie zu sprechen: doch spricht man über all diese Dinge am besten auf der Fahrt. Hier treibt man Pflanzenkunde, Zoologie und Astronomie. Allerdinds müssen dabei die Kenntnisse des Führers bedeutend größer sem^ als wenn auf Heimabenden über diese Themen gesprochen wird. Alle Punkte von denen ich gesprochen habe, bilden Bausteine zu dem Werke^ das die vollständige Durchtränkung mit jüdischen Werten und die sich daraus ergebende jüdische Einstellung bedeutet. Dieses Werk ist nicht-vollendet, wenn man Führer wird, je tiefer dem Führer selbst das Erfassen jüdischer Elemente möglich "ist, desto größer ist auch die Kraft, mit der er selbst fördernd wirken kann. . \ iv. ' . . ' ' ' Die dritte Entwicklungsstufe, von der ich sprechet: will, hat die Fortbildung, der Wanderer zu Führen: zum Ziele. Voraussetzung ist vor allem, daß durch die Heimabende der vorhergehenden Stufen die Grundlage gelegt worden ist, auf dev hier nun weitergebaut wird. Die Heimabende sollen allen denjenigen, die die Führergualitäten besitzen oder die zu Führern ansgebildet werden sollen, die geistigen Grundlagen vermitteln, so vermitteln, daß sie selbst wieder imstande sind, sie weiterzugeben. Nicht jeder, der im Blau-Weiß groß geworden ist, hat in sich FührerquaUtäten entwickelt. Ihm soll der Heimabend das geistige Richtzeng liefern, das ihm die Möglichkeit gibt, sich je nach seinen Fähigkeiten oder Interessen fortzuentwickeln. Diese Führerausbildungskurse, bezw. Führerkurse, da sie auch der Fortbildung der Führer selbst dienen, umfassen den Gesamtkomplex der Fragen, die einem Führer entgegentreten können. Wir haben in Breslau versucht, diesen Fragenkomplex m ein gewisses System zu bringen, um einmal eine Gesamtübersicht der uns am nächsten liegender: Stoffe zu bekommen. Diese Uebersicht soll später mit Literatnrangaben versehen, den Führerschaften zugänglich gemacht werden. Der erste Teil umfaßt alle technischen Fragen. Da ist vom Abkochen zu sprechen, vom Äartenlesen, von der Kriegsspielführung nsw. Hier wird davon gesprochen, wie der Führer am besten