Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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dett (denn die bei uns erziehen und lehren, sind ja ausnahmslos noch im elementarsten Sinne Lernende — wenn sie überhaupt nur das sind!), an der fo einfaches und doch so unendlich traurigen Unmöglichkeit, Inhalte zu vermitteln, die manselbst nrcht besitzt Ist es doch gar nicht wahr, daß wir die Straße nach. Zion deshalb von Anfang bis Ende erfüllen, weil wir auf die Kommenden warten, wie Oppenheim meint — machen wir uns doch nichts vor — sondern weil wir dem Staub des Anfangs mkcht von unseren Fußen schuttekm können. Weil der große Marschbefehl nicht gegeben ist, der uns iuD e w egumg. setzen könnte, bleibt man hinten und sagt nun: ja, das ist wahre Pflicht. Nein», das ist eS nicht. Nicht Verzicht an^Größe, sondern Unfähigkeit dazu bedeutet diS Stehenbleibem — ' Wir können der Jugend nicht helfen da, wo. es notig wäre. Es kann durchaus nicht zugegeben werden, daß irgend, ein Schielen nach hinten, nach denerr^ die noch kommen sollen, erlaubt ist. Den heutigen Führern des Blau-Weiß, muß gesagt werden: es heißt, selber züm Volke zu kommen, und es gibt keino Entschuldigung dafür, daß man das nicht tut, am allerwenigsten die, mau muffe die Jugend retten, man müsse „arbeiten". Die Jugend braucht uns nicht, um ihrnach Zion zu. helfen, und wenn sie uns brauchte, dürften wir nicht wmmen, denn wir haben ihr im vollsten Sinne des WoÄes nichts zu bieten außer dem Bekenntnis unserer Sünden, unserer Leere und lügnerischen Scheinbarkeit. „Baut doch euer- Herz von heute an und weiterhin, bevor ihr Stein auf Stein setzt im Palast des Herrn". '' Eine enge Straße gibt es zur Arbeit unter der Jugend, und sie ist dem Blau-Weiß zum mindesten nicht durchaus wesentlich, vielmehr führt sie — exempla docent — mit unfehlbarer Sicherheit aus ihm heraus: das ist vollkommen konzentrerrte Arbeit an einzelnen, die zusammen viele sein mögen. Wenn nur an einigem Stellen in der Jugend diese Konsequenz im Leben gezogen wird, so ist das Beispiel gegeben, und wollte man sich über alle Skepsis hinweg zu dieser reinen Form des Wir^ns entschließen, wären wenigstens die Voraussetzungen erfüllt Kr eine fruchtbare, vorwärts auf Ziel gerichtete Arbeit an der Jugend. Und bester noch» gar nicht an andern zu arbeiten, als sich mit dem „Willen zum Judentum" überden Abgrund hinwegzutauschen zwischen sich und dem Judentum, ein Abgrund, Werden kein Wille und kein Gefühl hilft, sondern allein Arbeit und Erkenntnis. Der Entschluß zu dieser Arbeit ist die Vorbedingung jüdischer Jugendbe^ wegung. Der Blau-Weiß ist zu dieser Arbeit nicht entschlossen. : ■ : V' ' rp. “ . Das Judentum ist im Blau-Weiß eine fremde Pflanze. Es weiß noch heute nichts wo es dort eigentlich bingehört. Und dieser Blau-Weiß erhebt den Anspruch — hat ihn in Lockwitz erhoben — die jüdische Jugendbewegung zu sein! Rehmem wir ein, nein das Beispiel: Hebräisch. Oppenheim meint, daß das Hebräische im Blau-Weiß eine so traurige Rolle spiele, liege daran, daß die Bewegung noch im Anfangsstadium sei. Wenn das wahr wäre, müßte man ja überall eifriger leruem (im besten Sinn) sehen können, aber ist es nötig, erst auf die harten Tatsachen (im Berlin etwa) hinzuweisen? Wie ist es möglich, daß so viele wieder aufhören. Hebräisch'zu lernen, wenn die Bewegung sie ergriffen hat, und sie nicht nur zufällige Opfer eines Schlagwortes (das nicht selten vom schlechten Gewissen diktiert war) geworden sind, dem der letzte Ernst fehlte. Und dessen Fehlen ergibt sich aus dev $8