Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zugend gar nicht geleistet «erden ka u «, wenn man zugleich auf viele wirken will, «nd daß, wenn die Forderung vielleicht erhoben wird, sie das Wandern verschlingt- Haß der „Blau-Weiß-Geist" zum Sterben verurteilt ist, wenn der Geist des Zionis- MUS die Stelle einnimmt, die ihm gebührt. (Denn „zwei Könige können sich nicht «oer Krone bedienen".) Die andere Lesart über Jugendarbeit ist die Meinung, man könne Jugendarbeit im Leste» Sinne leisten, indem mau „jüdisch" arbeitet^ indem man — von demselben Streben nach Verabsolutierung des gegen den Zionismus nun einmal rettungslos vorletzten Blau-Weiß-Gedankens getragen wie die andern — etne«£ta&e»' ^mg des Blau-Weiß zur Jugendgemeinschaft erstrebt,, und mit dieser Jugendgemein- Mast dem Zioniryus näher zu kommen behauptet. Man meint, das Ziel stehe am Mrde irgendwo im Unendlichen und folgert mit mathematischer Gewißheit, daß, da Parallelen sich im Unendlichen schneiden, jede Parallele gleich gut sei, man verlangt — heißt das — Toleranz gegen alles und jedes, das nach dem Ziel zu streben vorgiöt. Von Hier aus proklamiert man den Abstand vom Ziel, und der kleinste Schritt nur fuhrt nun durchs Unendliche zur Verwirrung: „Die Ganzheit liegt in der gemeinsamen Richtung". Welch eine _ in sich widerspruchsvolle Bestimmung, denn seit wann soll Ganzheit nicht auf einrn, sondern auf zwei Menschen bezogen werden muffen, um einen Sinn zu haben? Aber hier schon sich klar die tief-politische Sorge um die „Kommenden" aus: ja nicht eine Sc. auf «nS selber stellen, sondern alles in B e r h a l t n i s s e n uns nicht untere Bedingungen begründen Und warum das alles? Weil mail glaubt, daß es Brücken gibt. Das ist der Zwirnsfaden, an dem der Blau-Weiß hängt: gibt es Brücken zwischen dem Zionisten und dem kommenden Geschlecht? Breite Brücken, über die die Hunderte und Tausende unserer Jungen und Mädchen nach Zion wandern Wunen (möglichst via Posen und Lockwitz)? Bon der Beantwortung dieser Frage hangt alles ab. 'Vx ' ■ ' ii . / Mchts beweist tiefer die Macht der Verwirrung in unserer Mtte als die Möglichkeit, diese Frage zu bejahen. Nein, man kann nicht auf die Jugend wirken Indem man ihr goldene Brücken baut, dena es gibt keine goldene Brücken zum Zionismus. Und wenn wir dreimal „die Brücken hinter uns nicht abbrechen", so nutzt das keinem Menschen unter dem folgenden Geschlecht, denn sie i st für rhu nicht mehr betretbar, der seine besondere Verwirrung in der Seele trägt, und sie auf seine besondere Weise überwinden muß. Jeder muß seine Brücke allein schlagen. Und darauf gründet sich unser Prinzip: es handelt sich bei der Jugendarbeit im GoluS um jüdische Sepien. Jede Arbeit, die wir leisten, ist verfehlt, wenn De anderes gewinnen will: Massen, Zionisten, Juden und was sonst. Der jüdischen Seele aber kann nicht geholfen werden, indem man „die Linie nach rückwärts :verlanget". Alle Arbeit ist Unsinn, die nicht auf das Beispiel abz ielt. Wenn wir Ernst machen wollen mit der Volksverwandtschaft, nicht dem eitlen Götzen der Propaganda nachjagen, sondern nur und nur aufs Ziel arbeiten, §o ist das herrte wie immer die tiefste Beeiusiuffung der Seelen der Kommenden — mb die einzige: durch das Beispiel. Die krampfhaften Versuche, in ein unmittelbares Verhältnis mit der Jugend zu kommen, Gemeinschaft mit ihr zu ermöglichen, ,,Msiffen scheitern an dem mangelnden Mute zu wahrhafter Jnnenarbeit — Arbeit ^Mt einzelnen Menschen an der Unentschlossenheit zur Msonderuug des Lernen- 87