Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wissen aber und bekennen zugleich, dass nur Zion zur Vollendung unseres TrmSführen wird, dass nur Zion uns Bürgschaft für die ewige Dauer wahren Mensche^ tumS ist. ' ' Ologan Ferdinand Oftertag Iv-endderves««-» I«sr«^arbett ««d Klan-Weiß. Bei vielen Blau-Weißen herrscht heute die Ansicht, der Blau-Weiß repräsentiere in Wahrheit die lebendigen Kräfte der jüdischen Jugendbewegung, und allein " in seiner Richtung liege ihre Zukunft. Kritik an ihr ist ihnen Kritik am Blau- Weiß. So wenig meine Ausführungen, gegen die Oppenheim im L. Hefte dieser- Zeitschrift schreibt, auf eine spezielle Organisation zielten, so wenig habe ich dagegen einzuwenden, daß Oppenheim sie auf den Blau-Weiß anwendet. Wer was tut er? Die entscheidenden Eirrwande gegen die Qualitäten der heutigen Jugend als „Bewegung" gibt er zwar zu. aber anstatt 'die Konsequenz zu zrchen, laßt ee auf einem Nebenwege alles das wieder ein, was an verwirrten und verwerflichen. Tendenzen der Jugend angegriffen und abgelehnt war. An Oppenheims Ausführungen und Programm wird der unüberbrückbare Gegensatz klar zwischen denen, dir am Blau-Weiß als legitimer Aeußerung jüdischer Jugendbewegung Genüge finden und denen, die innerhalb und außerhalb des Blau-Weiß für eine Idee kämpfen» .die sie für das allein Wichtige in der ganze^ngtionalen Bewegung halten. Diesen Gegensatz zu formulieren und dadurch zurMechrheit zwischen uns beizuttagen ist das Ziel der folgenden Ausführungen. Ich unterstelle in ihnen die Gemeinsamkeit 7 des Ziels als wirklich vorhanden. v; - - ■ ■ . i. •- ■■ - Die Kardinalfrage aller unserer Arbeit lautet: wie wirkt man auf die Jugend? Wie leidet man zionistische Jugendarbeit? Jene im Blau-Weiß, die das Wanderideal verabsolutieren und demzufolge einen Selbstzweck im Blau-Weiß sehen» meinen voller Optimismus, ein an Geist und Wille gesunder Junge werde von H, selber zum Volljndentum kommen — man muffe nur richtig wandern. So hak man eine leichte Arbeit, man fteut sich seines Lebens und wandert, Zion wird schon erscheinen. Aber diese Auffaffung ist radikal falsch. Hat man vergessen, daß unsere Seele in Unordnung ist, daß wir noch nicht am Ende der Tage find, wo es vielleicht (hoffentlich nicht!) so fein wird, daß das Wandern aus sich heraus nichts gebiert, wenn noch nichts da ist —7 und was sollte bei uns da sein? Glaubt Uan, dem Genius einer Jugend vertrauen zu können, die seit langer Zeit mit Hartnäckigkeit den entgegengesetzten Weg geht als den ihr Genius fordert — nur werk man heute das Wandern erfunden hat? Soll die innere Knechtschaft unserer Jugend überwunden werden können, indem man ihr die äußere Freiheit des Wanderns gewährt? Ist das Jugendarbeit, daß man die Forderung vor der Jugend verbirgt, die die Freude des Genießens stören könnte? Die Folgen dieser Art „menschlicher" Arbeit sind vor unseren Augen: die Menschen, die sie erzieht. Lammen in nichts über die- Grenzen hinaus, die dem deutschen Judentume als einer geistigen Un-ordnung ^gesetzt sind. Vielleicht aber hat diese Ansicht eine Wurzel, in der sie der Wahrheit näher steht als die andere „jüdische" Arbeitsauffasstmg; vielleicht haben ihre Verteidiger erkannt, daß entscheidende Arbeit zionistischer Art an btt