Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Philister aus Freude üder seine Gefangennahme feiern, muß er ihre Schmähungen über sich ergehen lasten. Da packte ihn der Zorn, und er betete zu Gott, und mit furchtbarer Gewalt umklammerte er die Pfeiler^ auf denen das ganze Haus rubte, und druckte sie ein- Seine garne Erbitterung über das Erlebte fühlte er in ßch aufsteigen und mit einem Wehgeschrei riß er die Mauern ein und begrub mit sich alles Volk, das darauf war. - ... So war Simson. Er fiihlte die Kraft und ging hin und handelte. Berlin Alexander Melnik - 7^..---. in. ' -. . - - Erst seit ziemlich kurzer Zeit haben wir Berliner in den Gruppen besondere Heimabende für die Jüngeren eingerichtet. Es tat aber auch not, daß den Kleinen endlich zu ihrem Recht verholfen wurde, denn auf den gemeinsamen Heimabenden wurden sie recht vernachlässigt. Sie beteiligten sich zwar oft eifriger als die Größeren, hörten iuteresstert dem zu. 'was dort erzählt und gelesen wurde und fühlten sich als ^große Wandrerinnen". Aber dieses schöne Gefühl war zugleich das Hauptvergnügen, denn so still daznsitzen und aufzupaffen, das fanden die meisten im Grunde doch recht langweilig. Und mit Recht. Denn ein Kind erlebt ja eben die Dinge erst als Wirklichkeit, wenn es sie gestaltet sieht oder am beste«, wenn eS sie selbst gestalten kann. Es verlangt nach etwas Plastischem, Greifbaren, um den Bildern seiner Phantasie Leben und Ausdruck zu verleihen. Wohl ist dieser schöpferische Wille vielen, vielleicht den meisten unsrer jüdischen Kinder verloren gegangen. Lesen, ja, das tun sie für ihr Leben gern, und sie wissen ja auch meistens schon eine solche Menge, haben so viel Begriffe in ihren Köpfen aufgestapelt. Aber wie viele können garnicht richtig spielend Hier muß nun unsre Arbeit einsetzen. Diesen Kindern, die sich ihre geistigen Jnhatte zum großen Teil durch Lesen erwerben, dürfen wir das, was wir ihnen, geben wollen, besonders das Jüdische, nicht, auch wieder nur auf dem Weg rein intellektuellen Erfassens übermitteln. Gerade bei ihnen müssen wir versuchen, die aktiven, gestaltenden Kräfte wieder Mw" Leben zum erwecken. Ein Weg zu diesem Ziel ist die Anregung, selbstgefertigte Spiele herzustellen. — Erst sind sie zwar etwas verlegen, wenn man ihnen eine Schere und ein Stück buntes Papier in die Hand gibt und von ihnen verlangt, sie sollten einen Strauß bunter Blätter ausschneiden. Aber sie kommen doch bald dahinter, daß so etwas garnicht dumm oder unter ihrer Würde ist, wie sie zuerst meinten, und Geschicklichkeit ist auch keine Hexerei. Ich möchte nun ein paar praktische.Anregungen zur Herstellung, von Spielen geben. _ 1. Purzele-Spiel (Zusammensetz-Spiel). , Auf einem Stück Pappe wird mit ein paar Strichen das „Bild" ausgezeichnet, also z. B. eine Klampfe mit vielen bunren Bändern, ein großer Völkerball und 2 Hände die danach greifen, unser Landheim, die Drewitzer Mühle, den Schneemann, den wir. zu Purim gebaut haben oder sonst, etwas Lustiges, das auf das Wandern Bezug hat. Es kommt darauf an, große, scharf begrenzte Flächen auf der Zeic^ mmg zu haben. Durch Pausen werden nur: die einzelnen Flächen auf buntes Papier übertragen, ausgeschnitten und auf die Pappe aufgeklebt. Die beklebte Pappe, die nun jetzt das Bild fertig darstellt, wird mit einem scharfen Messer in viele Stückchen von charakteristischer Form zerschnitten, Damit ist die Anfertigung beendet, und das Spielen beginnt. Die einzelnen Stücke der verschiedenen Karten 18