Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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II. , M Ware ein unmögliches Beginnen, einerr.. Heimabend so wiedergebenzu wollen, wie er Ln Wirklichkeit gewesen, Denn.das, was den Heimabend schon-zu einem ^Fest" für den Einzelnen macht, die Art und Form, kann auf keine Weise: dargestellt werden. Man muß also, will man von einem Heimabende schreiben, beinahe ganz baroitf verzichten, ihn in seinem Wesen und seiner Wirkung zu zeigenr man kann nur das ^Geistige" wiedergeben und muß von depr.Geiste" ganz absehen. .. i :*" ’ . . - Die meisten unserer Zungen kennen die Bibel mit ihren Schönheiten sehrwenig. Sie betrachten sie immer für etwas Kaltes, Totes, das heute wenig Anspruch auf ihr Zntereffe hat. Wir, die wir die Notwendigkeit kennen, stehen seit langem vor der schwierigen Aufgabe, sie ihnen naher zu bringen, ihnen Verständnis. Wr ihre Gestalten zu geben und sie mit dem Wesen, dem Geiste der Bibel vertraut zu machen. Zn der letzten Zeit habe ich oftmals meine Heimabende dazu benutzt? nicht M ob ich Bibel gelesen hätte; ich. griff einzelne Gestalten heraus und versuchte sie als Menschen und Persönlichkeiten darzustellen. So ging ich einmal auf eurem Heimabend auf Simson ein. Zuerst berührte ich die Richterzeit. Wie klein-: sich waren damals die einzelnen Stamme; wie neidete einer dem anderen die Macht? die er ihm voraus hatte!. Sie rangen , nach Geeintheit; doch ein jeder wollte dev erste fein und keiner wollte sich beugen. Und dabei war Geschlossenheit, geschloffenes Auftreten nach außen Notwendigkeit. Denn die. feindlichen Nachbarn ringsherum nutzten jede bemerkbare Schwäche aus. Sie betrachteten ja die Israeliten als die fremden Eindringlinge und fi'rhlten sich als die Herren! Sie glaubten ja, daß ße. das Land bald, recht bald würden wieder zurückerobern können! So hörten die Geplänkelan den Grenzen nie auf. Zm Osten waren es die Ammoniter und Mo- Mter, jm Süden die Jdumäer, die keine Gelegenheit vorübergehen ließen, durch Leine Streifzüge die Israeliten zu reizen. Besonders aber waren es die Philisterim Westen, die sofort da waren, wenn es galt, den Israeliten einen Schaden zuzufiigen. Manchmal brach durch diese trostlose und dunkle Zeit ein hellerer Lichtschein durch. Da standen Männer auf, die das Weh des Volkes in der eigenen. Seele spürten, die eine Schmach des ganzen Stammes in das He^ schnitt wie eine eigene, ganz persönliche. In einem jeden von ihnen war das Volk! Und die spürten die Verzweiflung der Gesamtheit in sich und so auf den Gipfel der Not getrieben, vollbrachten sie Heldentaten, zu denen ' sie sonst niemals fähig gewesen wären- Man nannte sie Schaftim, Volkserretter. Fast alle waren geistige Führer d. h. Männer, die durch ihre Reden das Volk aufstachelten und begeisterten. Nur einen gab es, bei dem sich der namenlose Schmerz in urwüchsiger Kraft Befreiung schaffte: Simson, den Sohn Mapoahs aus dem Stamm Dan. Simson konnte nicht Men. Er kannte nur die Tat. Er ging hin und erschlug dreißig Männer zu Askalon. Als er gegen die Philister ergrimmt war, bot er nicht das Volk gegen sie auf; er band drerhmrdert Füchse gegeneinander urrd trieb sie mit brennenden Schwänzenin die Aecker und Gärten der Philister. Es war für ihn Notwendigkeit, in der rohen Must sein Erbeben zu zähmen. >,Der Geist Gottes überkam ihn" und er schlug Tausende zu Lechi im Streite. Durch die List eines Weibes kam er, wie Won einmal, ins Unglück. Delila offenbarte er die äußeren Bedingungen seiner Kraft, und sie verriet ihn. Als er einstmals aus einem Schlaf erwachte und die Fesseln zerreißen wollte, mit denen man ihn gebunden hatte, da versagte die Kraft. Nur «och einmal ist es ihm vergönnt, sie zu gebrauchen. Bei denr Fest, das die-