Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2708691-2708692-2708693--019-2708746- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
werden untereinandergemischt und nun/VW-^^WueL^UeWchMeMHrrauSfinden und das Bild wieder zusammenzusetzen. Ä^öWetS^venndäs bmtte^Papierrecht reine Farben bat. kommen großartige Bilder zustande. :M ' > 2. Jüdisches Lotto. Man schneidet Karten aus weißer Pappe (etwa 40:20 cm imb teilt sie in 6 Felder 10:10 cm). Jede^ Karte illustriert in 6 Bildern eine Geschichte. Die Bilder werden auf Pappquadrate (10:10) cm gemalt, die auf die Felder aufgelegt werden. In jedes Feld wird die Unterschrift des zugehörigen Bildes hineingeschrieben. — Es kommt nun darauf an, besonders bilderreiche plastische Geschichten auszuwahlen. Auch müssen Tiere,-Wanzen '-oder Dinge mehr im Vordergrund stehen als Personen. Wir einigten uns nach den ersten mißglückten Versuchen dahin, nur noch im äußersten Notfälle Menschen zu zeichnen, denn es wurden doch nur „Mannekens". Statt dessen glückte uns anderes besser. So der Magisch aus der Jonasgeschichte, die Kürbispflanze, in deren Schatten Jona saß, der Backofen, in den die 3 Freunde Daniels hrneingeschoben wurden, die Arche Roah und der Regen, der Auszug der Tiere aus der Arche, derBauch des Löwen mit dem Bienenschwarm aus der Simsongefchrchte und noch vieles mehr. Wo eS garnicht anders ging und wir unbedingt doch Personen zeichnen mußten, zogen wir Ms durch allerlei Kunstgriffe aus der schwierigen Situation. Den Propheten Jona DHL mau ganz deutlich ins Meer stürzen, obwohl nur noch sein linker Fuß aus dem Wasser rausschaut. Simsons Stärke illustrierten wir, indem wir nur eine große Faust mit dem Eselskinnbacken hinmalten, was wirklich ganz grausig anzusehen ist. Nur Hamann ließen wir in seiner ganzen Größe in seinen schönen roten Pluderhosen, (grad' so wie er vom Königsmahle kam) am Galgen baumeln! Eine andre Gruppe fertigte ein jüdisches Lotto an, in dem jede Karte ein Fest durch seine Symbole illustriert. Auch naturwissenschaftliche Spiele, wie ein Blumenmrd ein Tierquartett wurden gemacht. Wir planen jetzt die Anfertigung von Bilderbogen und ein hebräisches Quartett. Auf alle diese Spiele freuen sich unsre großen Mädels ebenso sehr wie die Jüngeren. Und daß gerade die Größeren - lernen, auf Kinder einzugehen, mit ihnen zu spielen und sie froh und glücklich zu machen, das bedeutet einen weiteren großen Gewinn. Berlin Grete Eckstein - Als der Blau-Weiß gegründet wurde, da war der Gedankengang ungefähr folgenderr'man wollte die Jungens zuerst wieder natürlich werden lassen, und glaubte sie würden dann auf Grund ihrer Natürlichkeit, auf Grund ihres nattirlicken und aufrechten Wesens von selbst aufrechte Juden, Zionisten werden. Die Entwicklung hat es anders kommen lassen. Unsere Jungens haben-nicht abgewartet, bis sie uattirliche Md aufrechte Menschen waren, um sich erst dann mit ihrem Judentum zu beschäfügen, sonderu es ging bei ihnen Hand in Hand. Mt der Zeit wurde diese jüdische Beschäftigung ausgebaut und intensiviert. Einerseits verlangte es die Jugend bei uns selbst so, dann wirkte die Beeinflussung von außen in diesem Sinne und nicht zuletzt lag es daran, daß wir von außen Kräfte bekamen, die systematisch uub radikal in dieser Richtung beeinflussen iimflicn und beeinflußten. Aber nun kam damit gleichzeitig eine Gefahr zum Vorschein besonder , glaube ich, in Berlin, die nicht chatte kommen brauchen, die nicht eben nur eine uüürliche Folgerung aus der intensiven Beschäftigung mit dem Judentum war. Und ich fürchte, '.daß die Möglichkeit vorhanden ist, daß die Gefahr in Berlin schon groß ist und in andern Bünden 17