Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Degens Hemrttt tatsächlich jede Verständigung, welche dre Grundlage für eine ge- «emfame Arbeit gibt. r 2^ > Mchh, daß ich nun einer Geistesdiktatur das Wort rede : Nicht u m die Sache/ Au rhr soL Mer Kampf entbrennen l Fmrgen wir im Blau-Weiß damit auk Setzen wür urrS' nicht über ibri, sondern Ln ihn, unterstellen wir uns nicht einem „Reffort für Jugendarbeit", sondern batten wir uns selbst eine Programmatik, welche dem Ziel «tttergeordnet Lstt Dann erst können wir von „Ganzheit unseres Strebens", von «uer „Jüdischen Jugendbewegung"'sprechen. ->.<' / : Unter diesem Gesichtspunkte bleibt jede-Diskussion unserer praktischen Arbeit M:zu dem Zeitpunkt aufgeschoben, bis wir uns einem gemeinsame» Programm und' M^beugem r> * Ach: meine wirttich Beides: Programm und ZieL. Ist doch das Eine streng vmr dem Anderen zu trennen: Dieses steht am Ende und jenes am Anfang- Zwar' Vertrags eine Bewegung scheinbar eine Einengung durch irgend welche Programmafcit nicht Scholem definiert sie auch als Sammlung potentieller Energien; iie ihre Fähigkeit, Arbeit zu leisten, immer wieder aus sich selbst gebiert und steigert. gehört aber unbedingt ein weiteres Moment hinzu: ein gemeinsamer Antrieb *tm gemeinsamer Ausgangspunkt und Anfang. ' - ' ' - - - - In der Entwickelung einer Bewegung ist das Ziel offenbar das sekundäre und wird erst geschaffen durch eine gemeirrsame WLllensrichtnrrg Ja, wahrscheinlich ist der erste Antrieb für jede Bewegung in etwas Negativem zu suchen, nämlich darin; daß der Wunsch, gegenwärtige schlechte Zustände zu ändern, die davon betroffenen Menschen zusammenschließt. Das Ziel ist jedenfalls nicht der Schnittpunkt £&££ {Staben, bir on3 der Peripherie daraufzulaüfen; sondern Ausgaugspmlkt und ZLÄ.liegen st) entfernt von einanderdaß alle Wege dorthin schließlich eine breite Straße bilden. Diese gemeinsame Marschroute ist dann schließlich das Tertiäre der Bewegung. Auf ihr, nicht mehr um sie herum können sich die verschiedensten Strö- - «unge» entwickeln; bekämpfen oder zusammenschließen. Dazu muß: sie allerdings, fnceifc genug sein. Die Ganzheit, die uns bitter notrut, liegt also, in der gemeirrstunen Richtung Wenn wir uns unser Programm bauen, dann heißt die erste Forderung, den nötigen Abstand von dem Ziel zu gewinnen, um all eHiristrebenden zn vereinerk. Hier liegt meiner Meinung nach der große Fehler Scholems, die seiner Lukenntnis pWktijcheu Arbeit entspringt. Mau kann nicht neue Forderungen anfstelleu; bevor: nicht die Grundforderung erfüllt ist. Wir sind eberr noch auf dem Marsche. Uns alle eint heute immer noch die gemeinsame Sehnsucht nach ZLott. Auch wir wissen, daß mau mit ihr Line Häuser baut;: aber den ständigen Antned schöpfen wir aus ihr;, den Antrieb zur- Tat — Beschränkung indessen ist nur dann Wertvoll; wenn die damit verbundene Operation den Menschen auch wirklich zu Weiterer Arbeit fähiger macht als vorher. Wenn man diese Theorie Scholems zu Ende denkt; wird er schließlich erreichen, daß: Einer, nicht ein Volk sich bewegt. Za, Möst wenn wir Alle glauben, daß wir nicht immer am Anfang stehen bleiben, daß; also die „Neuhinzukommenden" eine schnellere Entwicklung als die „Alten" durchstachen muffen, so würde doch ein Augenblick kommen, der selbst dem mst unserer Sehnsucht Erfüllten: den Sprung zu unse unmöglich macht Nein, Wir erfüllen vier Straßevom Anfang bis zu Ende/ und: der Nene wird uns auf unseren Spuren: finden. Was Scholem Verwicmng nennt, ist unter diesem- Gesichtspuntte nur eine Äerlangerung der. Lime nach, rückwärts. Wir brauchen vns jw wahrlich nicht zu 1*