Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1917-06-01 · 1 (6.1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
1 (6.1917)
Date
1917-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2708691-2708692-2708693--012-2708739
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

vornherein ausgeschaltet werden.' Man muß eben den persönlichen'Werk jches eiu-k . zeluen Führers sorgsam erwägen. - Das Wesentliche wird immer sein: inwieweit und wie Faun der Führer feilte» Jungen ein Stück Judentum vermitteln? Von diesen Dingerl spreche,r..heißl die schwersten Sorgen und Fragen des Blau-Weiß, erörtern. Es. ist. ungeheuer wichtig, die Kinder, jüdisch zu beschäftigen Wenn, ich als Lehrer, mit meine« Schülern Wanderungen mache, so. ist es mir selbstverständlich, daß ich pur vor jeden Wandenmg eingehend .überlege, wie ich die Jungen beschäftige. Leider kann ich nicht singen, sonst wäre das vielleicht nicht in dem Maße nötig. Tote Stunde« können immer auf der Wanderung eintreten. Stunden der Miidigkeit und der Ab-; spaunung, die eben. tot bleiben, wenn mansie nicht aussüllt. Da. heißt es meistr «zählen L Es gehört schon Arbeit genug dazu, sich ans dem deutschen Material, in Märchen, Sage, Geschichte, Erzählungen, Schnurren Geeignetes auszusuchen. Füp uns im Blau-Weiß ist das. noch. viel schwerer. Der Stoff dessen, was man de« Lindern erzählen kann, ist noch längst nicht, , wie die Stoffe des deutschen Kultur? kreises. mundgerecht bearbeitet worden. Solche Bücher müssen wir schaffen. ..; . Und dasselbe gilt von jüdischen Spielen., Wir muffen suchen, ein Stück jüdischen Inhalts, ein Stück Judentum ip die Spiele hineinzubringeu, jüdische Spiele erfinden. Hier liegt eine große Aufgabe vor uns. Worauf es ankommt, das .ist jenes Gefühl zu vertiefen, zu verlebendigen, A vergegenstandigen, daß wir im.Blau-Weiß gemeinsam als Inden. wandern. »Was ist heilig? Das ist's, was viele Menschen zusammenbindet, band'.es auch nur leicht, wie die Binse den Kranz." Wenn, der Blau-Weiß für seine Wanderer solch eine Bindung zum Judentum wird, dann werden wir mit unserer Erziehung arbeit zufrieden sein können. Crossen Moses Calvartz Gme Kritik des Klau-Weiß. Im 13. Hefte des „Juden" steht ein Aufsatz von Gerhard Scholem, dessen^ Besprechung sich im Rahmen der neuen Führerzeitnng lohnen dürste. Es ist wahrlich beschämend, daß wir uns von Leuten, dir außerhalb der direkten Arbeit des Blau-Weiß stehen, dauernd Wahrheiten sagen lassen muffen, die wir zwar vielleicht schon erkannt.' aber nicht anerkannt haben. Um so nötiger scheint eS mir zu fei«, südlich mit der Verwirrung in unserem Kreise aufzuräumen und uns über die Grund»; tagen unserer Bewegung einig zu werden. Eine gute Gelegenheit dazu gibt uns die Verteidigung gegen die scharfe Kritik, die Scholem an uns übt. -- Das Aufregende und Aufpeitschende des ganzen Auffatzes gipfelte meiner Meinung nach in den Worten „Ern Ziel müssen wir uns setzen, dem Alles, aber auch Alles untergeordnet ist." Können wir uns wirklich sreisprecheu von dem schwersten Vorwurf,, manchmal dieses. Ziel, unser Zion, vergessen oder neben ihm Oyhere Götter angebetet zu haben? Es ist doch so: Je einfacher und befreiender eine Idee ist, um so eher wird sie als rmgeistig verschrieen und um so wemger ge» Rügt sie dem kritischen Verstände des jüdischen Intellektuellen. In allen zionistische« Versammlungen, in atzen Schriften und Broschüren, selbst in unserem Lockwitz findet man die bedauerliche Erscheinung, daß fast Jeder damit beginnt ferne persönliche zionistische. Anschauung auseinanderzusetzen... Diese Verschiedenheit zionistischen' to

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.