Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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.Primaner wollen von ihren Führern, .ihren Freunden erfahren, wohin sie sich zu wenden haben, wenn fie Ln der Universität jüdische Gemeinschaft vflegen wollen. Da ist das K. I. B. die einzige Stelle , die Menschen. unserer Erziehung gebrauchen kann. Zum Glück find' unsere Differenzen nur theoretischer Art. Was haben wir denn an zionistischen StimmÄ^n^Blau-Weiß? Es sind das Hebräische, die Palästinaliebe, die Ziouslieder. Das alles will auch Markus pflegen. Ihm ist daS allgemeinjüdisch, auch mir. Nur will er nicht zugeben, da^diese Stimmungen genau so gut auf Zionistischem Boden erwachsen seien, wie die politische Arbeit, ja noch mehr. Er gesteht selbst. Blau-Weiß führt folgerecht Zum Zionismus. Wir können nicht b« irgendwelchen-Allgemeinheiten und einem von allen möglichen Unklarheiten durchzogenen Judentum stehen blelben, mit einer romantischer Vorstellung von jene« Gärtner, der in rührender Fürsorge die zarte Pflanze behütet und pflegt. Andererseits zweifelt niemand: politisch zionistische Tätigkeit an der Jugend verbietet fich durchaus, erstens durch die Altersstufe, an die wir uus wenden, dann durch das Wandern selbst, das durch rein politisches Getriebe entwertet würde. Unsere Führer aber, das muffen wir verlangen, sollen sich bewußt sein, daß derBlau - WeLH . Luch in feiner allgemeinen jnd rsch en Tätigkeit aufs tiefste^ Ierknüpfd ist mit dcr Lebensanschauung des Zionismus. 3st so das Ziel des Blau-Weiß bestimmt: Wandergemcinschast als For» jüdischen Erlebens, Mwachsen auf zionistischer Grundlage, so haben wir noch mch den Mitteln zu fragen, mit denen wir unser Ziel erreichen. Ich werde hier xm einige Punkte hervorheben, obwohl der Stoff für ein besonderes Referat reichm würde. Das wesentliche Mittel find die Führer. ' Es wäre natürlich sehr schon, wenn wir uns wie die deutschen WandervöMl begnügen könnten, Zusagen, der Führer müsse eben ein wertvoller Mensch fräs. Gewiß wurde ein solcher Führer auch für den BlawWeiß wertvoll sein, denn er öfeb schon durch sein Da-sern wohltätig auf unsere Jungen einwr'rken. Da aber rmr Juden nun einmal ein in hohem Grade bewußtes Volk find, so wird der eirrMre Führer auch Zu den Mischen Fragen persönlich Stellung nehmen müssen. f --- : Soll sich der Führer nun auch außerhalb des Blau-Weiß jüdisch betätMn? Ich glaube, daß das durchaus wünschenswert ist. Es genügt wirklich nicht, mit seinen Jungen einmal Landsbergers Ghetto-Bücher zu lesen. In welcher Wem er diese Tätigkeit' ausirbt, ist seine Sache. Es gibt das jüdische Siedelungsheim, er kann im jüdischen Wohltätigkeitswerr Mitarbeitenjedenfalls muß er irgendwie mit der jüdischen Gesellschaft verbunden sein. Früher war der junge Jude glüMch, wenn er allein gelassen wurde, er scheute fich, mit der jüdischen GemeinschaftsMeit in Berührung zu kommen, ich glanbe, daß diese Art isolierten Judentums i» sügemeinen gegen die Pflichten eines Blau-Weißen verstoßt Andrerseits dürfen wir ader^ auch den aktiven Typus-dcs Inden nicht Merschatzen. Wir sind geneigt, so zu argumentieren: Der Blau-Weiß soll znr Aküsitat erziehen, also mi'rffen wir den aktiven Führer bevorzugen. Aber in brr delchhen * Jugenderziehnng zeigt es sich, daß die staatsbürgerliche Erziehung — und das Joatt: etwa das, was wir erstreben - nicht ausreicht, daß die Fübrer, die «ne« - MW^Eontemplativen Typns vertreten, nicht die schlechtesten find. Er ist natürlich f"Wr Heimabende geeigneter als etwa für Kriegsspiele, aber keinesfalls darf er von 9