Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1917-1919)
- Issue
- 1 (6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Dabei haben imr aber dort Anfang an-Wert darauf qelegh daß wir eine ällgemÄk Kdische Erziehung lüsten. keine zionistische. Der Btau-Weiß ist zweifellos ArKÄ Dvn Zionisten am Judentum. Das hat besonders Markus jederzeit betont. Mer Lr ist unzufrieden damit, daß ihm dies von allen Seiten zugestanden wörden U Gr traut dem Frieden nicht recht und fiirchtete, dieses Zugeständnis hätten die extreme» - zionistischen Blau-Weißen eben nur aus politischen Gründen gemacht, um nach anßm Der Oeffentlichkeit gegenüber als nicht zionistisch anftreten zn können. Ich sehe feErärat Grund zu einem solchen Verdacht. Aber ich glaube umgekehrt, daß- Markus dar Zionismus viel zu eng als eine bloßpolitische Partei auffaßt und sich dadurch dm Weg" M einem Verständnis unserer Bezrebnngen zum Zwmsrnus - selbst verbaut HM. . Es ist darum nötig, einiges davon zu sagen, inwieweit eigentlich der Znä MTmuL unsere Jugenderziehung bereichert hat. ' . ' - - Welches war denn vor dem Auftreten des Zionismus, etwa vor-20 Jahres Ziel und Ergebnis der jüdischen Erziehung? Die Orthodoxie entwickelte eine staM Geistigkeit, zumindest ein großes Interesse an allen genügen Fragen. In' allen wußt orthodoxen Centren lebte die Freude äm Diskutieren. hervorgerrrfeu'öder steigert nicht nur durch Beschäftigung mit dem Talmud, sondern überhaupt durch stas Bedürfnis,-religiöse Pflichten geistig zu . erfassen.- Sie bewirkte energische Mchtung auf ein Ziel, das religiöse, und innerhalb dessen einen hohen sittlichen Ernst.' Das können wir wohl von der orthodoxen Erziehung sagend Das wesent- Uche innere Ergebnis dieser Erziehung ist vielleicht in sittlich-religiöser Energie urch allgemeiner Geistigkeit beschlossen. Alle änderen Lebenssphären, neben der RelrgrM Kld dem Berufe, blieben jedoch richtungslos Erwerbsleben und religiöse Pflicht, Waren die Hauptinteressen, die allgemeine Bildung eine gern gepflegte Abwechsüwg, «Echt viel wehr. Eine geistige Enge war deutlich vorhanden, aber sie wäre zu er- Wagen gewesenda sie die notwendige Begleirerscheinnng jeder Eittseitigkekk ist. . z7 Schlimmere Folgen hatte die liberale Erziehung, denn in ihr wurde die Mchtungslöfigkeik allgemein. Wir den Einzelnen gab es eben nur seine energWe DerufsbetaLigüng und in noch gesteigertem Maße, Interessen der allgemeinen Mdüng. Die AufH/nng des jüdischen Züsarnmenbangsgefühts wurde oft bewM -erstrebt, war zum mindesten fast allgemein die Folge dieser Erziehung/ - -Mit Theodor Herzl war ein neuer Typus des jüdischen Menschen wirksam. Bestimmend kn ihm der Adel der Eesamterscheimmg, die Richtung, das Judentum Mstarker Wille»sbetaLignn'g zusämmenznfassen. das Streben nach eurer Lebensauffassung. Als Einzelerscheinung mag dieser Typus auch Mrher'im Judentum aufgetteken sein. Hiek zuerst wurde er zum Träger und Äätdger einer Belegung/ Der Zionismus bedeutet so als Erziehungsfattor im Juden- , tM ün Streben nach Mel, Männlichkeit, Natürlichkeit. Das Wandern mußte ein notwendiger Bestandteil dieser Bewegung werden. 'Dieser seltsame Gedanke, durch Wandern die' Jugend jüdisch machen zu wollet!, ist nur Mf dem Boden der zion ist r scheu Leüensausfassung zn verstehen Denn ZionÄ/ heißt: Das Judentum wieder auf natürliche' Grundlage stellen. Gewiß, mH' Ne andern wandern heute. Aber'fiir sie, die orthodoxen wie die liberalen, ist' drs Wandenl ein Vergnügen oder ein Anziehungsmittel, kein Mittelpunkt ihrer jüdischst ^ziehungl Der Zionismus' dagegen' wollte die Juden besser machen, indem er ße natürlicher machte.- Es gehört durchaus 'zum zionistischen Gedankenkreis) wew durch däs-Wandern dasJlrdentum' eine' nätrirliche Lebensauffassung gewinnen' stlk/ weg von denrdtf geWM Gnmdlägen, von denen es vorher getraKn' wn.