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Judaica · 1937-11-01 · 25-26 (November 1937) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
25-26 (November 1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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Oberrabbiner Dr. Hermann Abrahamsohn Gemälde von Armin Stern, Pressburg (1910) „Welch ein edler Geist ward hier zerstört!” Ein grosser Führer in Israel, der mcognito als Rabbiner der kleinen Gemeinde Särbogärd und als Sekretär der Budapester Chewra Kadisa auf Erden wandelte, hat im 59. Jahre seines vor Gott und Menschen wohlgefälligen Lebenswandels das Zeitliche mit dem Ewigen abgewechselt. Ein Sohn des frommen, gelehrten Gottessängers von Topolcany, der selbst aus einer gelehrten Kantorenfamilie aus Russland stammte, in derem Blute ostjüdisches Hitlahawut flammte, hat er, wie alle seine Brüder die besten Talmudschulen des Landes seinen Geist bilden lassen, o, allzusehr im antiken Geiste des Perek-Aboth: Brot mit Salz sollest Du essen . .. und ein Leben der Entbehrung solltest Du führen und glücklich sein, wenn Du Dich mit der Thora mühst. — Dann zog es ihn nach Frankfurt, dem Mekka aller Jünglinge, die Thora im Dereh Erez, geistliches und weltliches Wissen zum guten Klange vereinen wollten. Diese Lehrjahre bereiten den ausgezeichneten Boden vor, aus welchem die edelste Blüte hervorspriessen sollte. Damals erscheint der grosse Sämann, Theodor Herzl und streut das edle Saatgut seiner altneuen Lehre über das Gebiet der ganzen Diaspora. Es fiel auf Felsgrund und auch auf Humus. Ein gutes Geschick hatte den jungen, trefflichen, hochgelehrten, geistsprühenden Herschi Abrahamsohn nach Bern, an die Universität geführt, nahe an Basel, wo sich Herzl und Nordau zuerst geoffenbart haben. Da schlug eine mächtige Lohe in der grossen Seele Abrahamsohns auf. Er sah, er ersah Herzl und Nordau in ihrer ganzen künftigen historischen Glorie! Er begriff das Wunder und weihte sich seiner Verkündigung Er kam heim und wurde „Diener am Lichte”. Bei der ersten Versammlung der ungarländischen Zionistenführer in Pressburg, am 30. März 1902 bildete seine Rede den Glanz des Abends. Aber wie der Poet bei der Teilung der Erde, hat sein Geist das Irdische verloren. Er sorgte für sein Volk, aber sein Volk sorgte nicht für ihn. Welche glänzende Laufbahn stand ihm bevor, wenn er wie die anderen 36

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