Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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formen und des müssigen Gedankenspicles soll nur die Schwäche, Zerfahrenheit und Unfähigkeit der Führer bemänteln. Statt Taten, religions- oder geschichtsphilosophische Theorien und während der slovakische und ruthenische Bauer von seinem Führer Programmreden hören will, welche ihn über das demnächst zu Geschehende unterrichtet, steht die zionistische oder agudistische Masse hochvergnügt um ihren Redner herum, der mit „Ideologien” „Problematik” „geistige Strukturen” wie ein Jongleur mit bunten Bällen wirft, ohne von ihm Rechenschaft für die Vergangenheit und Entwürfe der Zukunftstätigkeit zu fordern, wie es jeder Bauer und Arbeiter zu fordern versteht. Batlonische Reden, batlonische Artikel, batlonische Zionistenkongresse, batlonische Aguda-Konferenzen. Wie sollen wir da „in Sicherheit leben in unserem Lande?” llällpl UM! IIP» Oberregierungsrat Max Kramer An der Spitze der grössten Chewra der Welt, diesem sturmerprobten Schiffe, steht mit bewundernswerter Kraft und Ausdauer Oberregierungsrat Max Kramer, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte, mit ihm die treue Lebensgefährtin und das ganze Budapester Judentum. Ein ungemein reiches Leben als Generaldirektor eines grossen Finanzinstitutes, Vizepräsident des politischen Klubes „Saskör”, Mitglied des Stadtrates und der Gemeinde füllt diese 85. Jahre aus. Der Jubilar war Gegenstand herzlicher Ovationen aus allen Ki eisen. Seine unverminderte Tatkraft- und Ausdauer berechtigt zur Hoffnung, dass der Wunsch ad mea weessrim Erfüllung finden wird. Nekrologe Felix Warburg. Als die uralte Judengemeinde von Bologna den Tribut des jüdischen Martyriums zollen musste und ihre Frommen Tod und Vertreibung traf, liess sich eine Familie im deutschen Städtchen Warburg nieder. Die Familie hat den Namen des Städtchen, das ihnen Asyl geboten hat, mit goldenen Lettern in die Annalen der Humanität "ingetragen. In Hamburg erreicht die Familie ihre hohe Blüte. Nicht allein auf dem Gebiete des Finanzwesens, sondern in allen Belangen der Wissenschaft, Kunst und des öffentlichen Lebens. Die Brüder Paul und Felix Warburg tragen den Ruhm der Familie nach der neuen Welt. Felix wird der Eidam Jacob H. Schiffs und Mitchef der Weltfirma Kuhn, Loeb u. Co. Aus der goldenen Saat, die er mit vollen Händen ausstreut, spriessen alle Blüten menschlichen Geistes und Herzens. Er ist Pate bei zahllosen Schöpfungen der Humanität, Wissenschaft und Kunst. Er ist anwesend beim ersten primitiven Flugversuch der Brüder Wright, wie bei der Einweihung von Bibliotheken, Museen, Spitälern, Schulen und Tempeln, die er errichten half. Da kam der Weltkrieg. Jetzt erst breitete er seine Flügel aus und erhob sich zur Hohe der Besten der Menschheit. Der Joint verdankt ihm seine unsterbliche Bedeutung. Alles glückte ihm. nur Zion nicht. Es war der Wermutstropfen im Freudenbecher seines beispiellosen humanitären Wirkens. So fiel auch diese Säule, wie Schiff, Strauss, Marshall, Rosenwald, in deren Kreis ich in historischester Zeit sass, der wie ein unwirkliches Traumbild von weiter Ferne leuchte:. Bernhard Schlesinger. Im Alter von 96 Jahren verstarb am 14. Oktober Herr Bernhard Schlesinger, der 5c Jahre hindurch Tempelvorsteher der Pressburger orth. Gemeinde, ein Mann von Herz und Charakter gewesen ist. In dem Verstorbenen betrauern Frau Sidonie Steiner-Wien, Theodor David Schlesinger-Sopron, Frau Charlotte Schwarz-Kun-Szt.-Miklos, Frau Bertha Sändor-Budapest, Frau Rosa Fischer- Baden, Frau Ella Bleier und Frau Selma Popper ihren heissgeliebten Vater. Am Friedhofe wurden des nahenden Sabbats wegen keine Trauerreden gehalten. 35