Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 28 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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um 1730 herum schliessen. Dieser martialisch aussehende Judenrichter dürfte wohl noch der im Stadtghetto wirkende Judenpräfekt oder sein Stellvertreter gewesen sein und das von ihm handelnde Archiv noch aus jener Zeit herrühren. So mehren sich die Anzeichen, dass die Schlossgrundgemeinde die kaum unterbrochene Fortsetzung des jüdischen Gemeindewesens sei, das bis zur Mohäcser Tragödie sich in der heutigen Hutiterergasse befunden hat, dessen Anfänge in das 11. Jahrhundert hinauf reichen und dass sogar die Archive des bis 1526 bestandenen Stadtghettos in die Schlossgrundgemeinde hinübergenommen worden sind. Kaiser Franz an den Pressburger Iudenrichter An den Pretzburger Inden Richter Koppel AberHam Mandel! Es haben Ser. K: K: Apost. Majestät unser gnädigster Landesfürst, und König von Hungarn, jenem Löblichen Beytrag, so die allhiesigen Juden Gemeinde, zum Bedarf der Land Standmäßig gestellten Regruten, mit 50 Hömdter geleistet hat, mit aller höchsten Huld, und gnaden ausgenommen, und zu gleichen Zeit, mittelst des Ungarischen Kanzler Excellenz mir den auftrag geben lassen, diese allerhöchste Zufriedenheit und Wohlwollen, dieser Gemeinde befand zu machen, wessen ich mich um so bereitwilliger entledige, je mehr ich überzeigt, daß auch bey andern sich ergeben mögende Gelegenheiten, man den Stets bewiesenen Eifer zur Beförderung des allgemeinen be-; sten, nicht außer Augen lassen wird. j Preßburg, den 18. März 1798.; von Benofsky j Erster Witzigespan des Löbl. Pretzburger Comitats. (Archiv der orth. Gemeinde Bratislava.) Es handelt sich hier um eine, verhältnismässig sehr geringe Leistung der Gemeinde für die Armee, deren Akt noch erhalten geblieben ist. Die Judengemeinde hat aber besonders unter dem Judenrichter Koppel Mandel-Theben ausserordentlich grosse Mittel für die Armee und den Staat aufgebracht. Der Judenrichter selbst hat aus Eigenem dem Staate Millionen Gulden betragende Anleihen gegeben. Im Jahre 1796 brachte die Gemeinde dem Kaiser Franz, der nach Pressburg gekommen war, um den Reichstag zur Hilfe im niederländischen Kriege aufzufordern, auf einer silbernen Schüssel Dukaten im Werte von 20.000 Gulden dar, wozu der Judenrichter aus eigenem Vermögen noch 1200 Gulden hinzugefügt hat. 28