Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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gewiesen. Seine Tochter Margit steht der hiesigen Mädchenschule vor und wird von seiner Pflegetochter Thecla assistiert. Adresse Wolf Lazar, Alte Postgasse. Interessant ist der Brief vom 16. Feber 188c: „Die Benachrichtigung von dem bei Ihnen aufgetretenen Augenübel hat mich tief erschüttert, was soll aus Ihnen werden, wenn bei Ihren schweren Arbeiten die Sehkraft versagt? Es wird aber hoffentlich wieder besser werden, sobald Sie Ihren Augen Ruhe gewähren. Hören Sie, wie es mir vor 24 Jahren in ähnlicher Weise in London erging. Ich hatte meine Augen bei der Redaktion meines „German Advertiser” in einen dunklen Lokal derart angestrengt, dass ich eines Tages trotz meiner guten Augengläser nicht mehr lesen konnte und sah nur immer Linien aber keine Buchstaben! Mein Arzt befahl mir, jede Augenaibeit sofort aufzugeben, vor Verlauf von 6 Monaten nicht wieder an die Arbeit zu gehen und so lange mich jeden Tag in einem Garten unter grünem Laub aufzuhalten, nur sehr leicht verdauliche Speisen und ausser Milch, Wasser, Suppe und Tee, keine Getränke zu mir zu nehmen. Ich hatte aber keine Mittel zu privatisieren, weshalb ich mich an meine Freundin, Mrs. Solis Schwobe in Manchester brieflich wendete und sie um Hilfe bat. Diese übergab den Brief an Richard Co b den, welcher bei der Manchester Partei Lärm schlug, das^ der Author of the Chronicle of the Magyars der Erblindung anheim zu fallen droht, wenn ihm nicht Hilfe geboten würde. Es wurden sofort 60 Pfund Sterling für mich subskribiert und ich erhielt durch Vermittlung Pulszkys über die Dauer von 6 Monaten 10 Pfund Sterling für meinen Lebensunterhalt monatlich. Nach sechs Monaten war ich von meinem Augenübel vollständig hergestellt. Gebrauchen Sie dieselbe Kur, sie ist erträglich, das Vaterland braucht noch Ihrer, darum erhalten Sie sich dem Vaterland und Ihren Freunden”! Später schreibt Korn an Kertbeny aus Kikinda: „Meine Tochter hat im Vereine mit meiner Pflegetochter Thecla einer geborenen Wienerin, die Töchterschule, in welcher Sie Lehrerinnen waren, übernommen, die nun von meiner Tochter dirigiert wird. Sie trägt nämlich die wissenschaftlichen Gegenstände vor und die Thecla unterweist in der weiblichen Handarbeit. Ein Gymnasialprofessor trägt die ungarischen Gegenstände vor, den Klavierunterricht besorgt die Margit ganz allein. Am 7. Feber ist meine Tochter Margit mit einem gesunden Knaben entbunden, welcher den Namen Aurel erhielt. Meine Tochter wird den Geburtstag des edlen Freundes unserer Familie nicht vergessen! Mein Sohn Arthur hat sein Offiziersexamen glänzend bestanden, der Präses der Prüfungskommission hat ihn aber seiner Jugend w^ egen in 2 Lehrgegenständen von 24 ein ungenügend gegeben, wodurch er gefallen ist. Wir haben beim allgemeinen Kriegsministerium durchgesetzr, dass dasselbe angeordnet hat, mein Sohn habe vor einer anderen Kommission eine Prüfung über die 2 fraglichen Lehrgegenstände abzulegen. Mein Sohn hat nun diese Prüfung ebenfalls glänzend 15