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Judaica · 1937-11-01 · 25-26 (November 1937) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
25-26 (November 1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Nehmen Sie gefälligst unsere Sache mit Wärme auf, wie man sie von Bne Israel aufgenommen zu sehen gewohnt ist, denn der Drang unserer Gesellschaft von hier fortzukommen gewinnt täglich mehr an Stärke um so mehr, als wir hierorts keine Aussichten auf Ruhe und Sicherheit für die Zukunft haben. Käme nur irgend eine, wenn auch geringe Concession zu Gunsten der Israeliten zu Stande, so müsten wir es mit dem Leben büssen. In der Hoffnung eines baldigen günstigen Resultates unserer Unterbreitung, zeichnet die ergebenste Pressburg, 20. August 1848. Direction der Pressburger Isr. Auswanderer-Gesellschaft Philipp Korn m. p. S. L. Schick m. p. W. Steinhardt m. p. Die Namen der 12 jüdischen Pressburger Auswanderer und deren Schicksal ist nicht zu ersehen, ebensowenig die Liste der 30 Familienväter, die zur Auswanderung bereit waren. Aber die Wogen des Judenhasses fielen zurück. Herzfeld in Pesth schreibt einen patriotischen Artikel gegen die Auswanderungsbewegung. Korn sieht die Lage augenscheinlich düsterer durch die graue Brille der eigenen Sorgen. Er versucht hierauf eine jüdische Legion zu gründen, die er gegen die vom Norden herziehenden Slovaken auf bieten will und da er mit diesem Plane kein Glück hat, tritt er in die von Peter Giron befehligte deutsche Legion der Kosisutlh-Armee ein. Er macht den ganzen ungarischen Freiheitskampf mit, avanciert bald zum Leutnant und später zum Hauptmann. Bei Szöregh wird er beim Kanonenstand schwer verwundet. Seine beste militärische Leistung sei hier nach seinem eigenen Buche dargestellt. Die russische Hauptarmee war im Verlaufe dieser Zeit bei Dukla konzentriert, wohin der Zar Nikolaus selbst gekommen w~ar, um die Truppen durch seine Anwesenheit zu begeistern. Während hier die Schwerter gegen unsere Freiheit atmende Brust gezückt waren, gab man sich in Pest noch immer der illusorischen Hoffnung hin, dass die Russen nur zur Sicherung des österreichischen Gebiets vor unseren Reichsgrenzen aufgestellt seien und an der Ueberschreitung derselben von den auswärtigen Mächten verhindert werden würden. Die zu uns aus Galizien herüber geflüchteten kampflustigen jungen Leute sagten zwar aus, dass die dort getroffenen Vorkehrungen der Russen, ihre Absicht, nächstdem grosse Kriegsoperationen gegen Ungarn vorzunehmen, nicht verkennen Hessen, der in Saros funktionierende ungarische Regierungskommissär Baron Paul Luzsinsky gab aber in seinem der Regierung eingesandten amtlichen Berichte die beruhigende Versicherung, dass keine Anzeichen feindlicher Demonstrationen vorhanden wären. Endlich aber setzte sich doch am 16. Juni die Hauptarmee der linken Kolonne der russischen Armee unter Paskewitsch in Bewegung, um in vier auf Bartfeld zusammenlaufenden Strassen in Ungarn einzubrechen, während die rechte Kolonne unter General Rüdiger über Neumark in Ungarn einfiel. Von der ungarischen Nordarmee wurden auf Anordnung des interimistischen Kriegsministers Obersten Emerich Szabö 2000 Mann abgezogen und nach der Arva detachiert, allwo ebenfalls der russische General Grabbe in Also-Kubin eingebrochen war. Die schwachen Kräfte der Nordarmee, welche nur an 10.000 Mann bestand, war also (kaum) geeignet, der russischen Hauptmacht gegenüber sich behaupten zu können, daher sie beim Vorrücken der Russen auf Bartfeld ihren Rückzug nach Eperjes nahm. Ausser einigen Plänkeleien bei Lofalva kam es am 20. bei Hetärs (sic) zu einem Gefechte mit der Kolonne Rüdiger, bei welchem eine halbe Kompagnie Ormayjäger, aus 80 Mann, die zu weit vorgerückt waren, von uns abgeschnitten wurde. Wir machten dagegen einige Kosaken zu Gefangenen und brachten dem Feind einen kleinen Verlust von 40 Toten und Verwundeten bei. Die genannte Kolonne Rüdiger wandte sich in Eilmärschen gegen Eperjes und drohte uns hier in die linke Flanke zu fallen, daher unsere Truppen in der 12

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