Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Ritus zusammengestellt. Hingegen ist zu dem üblichen Gebete für den Landesvater und für die Regierung noch ein kurzes ungarisches Gebet für die „Gesellschaft der ungarischen Gelehrten”, wie die „Ungarische Akademie der Wissenschaften” zuerst genannt wurde, angefügt. Der Uebersetzer Moritz Bloch, war allerdings selbst Mitglied dieser Gesellschaft geworden, als Anerkennung seiner ungarischen Uebersetzung des Pentateuchs. Im Archiv der orth. Gemeinde in Pressburg gibt es Blochs ebenso stylistisch als kalligraphisch schönen Brief, in welchem die Gemeinde zur Subskription einladet. Aber Moritz Rosenthal erhob gegen Bloch und den Verlag Philipp Korn bei der Behörde die Klage, dass er, Rosenthal schon das Recht auf den Druck der ungarischen Uebersetzung des jüdischen Gebetbuches erhalten habe. Es kam zu einem Ausgleiche, dass die Rosenthalische Uebersetzung von Bloch verbessert abgedruckt worden ist, worüber auch ein Vermerk auf dem Titelblatte des Gebetbuches zu finden ist. (Wir haben sowohl der Stadt, als auch der Universitätsbibliothek in Bratislava je ein Exemplar dieses Siddurs verschafft). Moritz Bloch ist noch während die dritte Auflage dieses Gebetbuches gedruckt worden ist, zum evangelischen, später zum reformierten Glauben übertreten und ist unter dem Namen Moritz Ballagi als Linguist und reformierter theologischer Schriftsteller berühmt geworden. Ausser diesem Gebetbuche ist uns noch ein umfangreiches jüdisches Kochbuch von einer Frau Lewy verfasst, als jüdisches Verlagswerk Philipp Korns, bekannt (1840). Im Jahre 1843 verhandelt er mit Prof. Rumy (Siehe Judaica 23/24, Seite 25, Note) wegen der Herausgabe einer Schrift über die Emanzipation der Juden, die Rumy befürworten will. Korn äussert sich etwas pessimistisch über seine Glaubensgenossen. „Sie sehen sie aber unparteiischer und es wird mich freuen, wenn Sie mich eines Besseren belehren”. Korn hat auch slovakische Broschüren verlegt. Eine Bibliographie seiner Verlagswerke ist kaum annähernd festzustellen. Im Jahre 1844 schreibt er an Rumy, dass der Reichstag die Sprachenfrage unentschieden liess, er wisse daher nicht, ob er die Geschichte der Ungarn von Rumy deutsch oder ungarisch drucken solle. Wegen der Schrift über die Emanzipation der Juden werde er in einigen Tagen entscheiden, übers Honorar werde man einig sein. Er schlägt Rumy die Herausgabe eines Handelslexikons vor. Die Freiheitsbewegung der Ungarn geht von crescendo in furioso über. Die jüdischen Vorkämpfer des Fortschrittes in Pressburg blicken begeistert in die aufdämmernde Morgenröte der Gleichberechtigung. Eine grausame Entnüchterung harrt ihrer. Am siebenten Tage des jüdischen Osterfestes wird die Judengasse das Schauspiel von Ausschreitungen gegen die Juden. Das Gebäude der jüdischen Kinderbewahranstalt, der ausserhalb des Ghetto vorgeschobene Posten der Gleichberechtigung wird geplündert und in Brand gesteckt. „Das ist nicht des Tages Glut!” (Judaica 5/6, Seite 14 und 13/14, Seite 14). Adolf Neustadt, Raphael Basch und Lazar Horowitz flüchteten, Philipp Korn, Leopold Schick und Moritz Strauss gründeten aber 10