Mannheim
Compact Memory

Judaica · 1937-11-01 · 25-26 (November 1937) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
25-26 (November 1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2708078-2708092-2708095--524-2708649
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

ואברהם שב למקומו יעל עולם ויקיר . ביציבה טובה ביום ה׳ ך תשרי הקב-ל פ״נ זקן מה״ק דנ״ה המשולם האלוה Grabstein des l'rgross- הראש וקצין בהר׳ד אברהם ־״ה 1 . onkels Heines Abraham בן ה״ה מו״ה שטעין פרעשבורג זצ״ל אב בהבמה ומנהיג הדור בתמימתי גבאי צדקה בה"י חצהג עד י: ממותו Pressburger, Gemeinde Vorsteher in Prag. Ei התעתק בבנין.בה״ב בשריפה שהי׳ Hess die 1754 abgeL-rann- בשגת תקיז לעשות בהד־־;׳ במה שניסח•׳ מעונהביסודי׳ ומקבלבאהבה.־ לבן ת׳צ׳ב׳ה׳ נשמתו te Hof-Synagoge wieder aufbauen. ״Das Eintrittsbillett in die Europäische Kultur1״) Die Historienschreiber sollten wie die Historienmaler niemals ohne Modell arbeiten. Der Letztere wird für jeden der hundert Köpfe auf seinem geschichtlichen Tableau ein iebendes Modell benützen, um seinen Gestalten volle Lebenswahrheit zu verleihen. Der Historienschreiber tut leider nichts dergleichen. Deshalb geht er so oft fehl, wie etwa Max Brod, mit seiner Portraitierung Heinrieh Heines, der sein Bild aus gesammelten Mosaiksteinchen zusammenstellt, eine Methode, die weder künstlerische noch lebenswahre Bildnisse schaffen kann. Wir wollen versuchen, mit Modellen zu arbeiten, um Heines Erziehung, Jugendeindrücke, seelische Wandlungen und seine Stellung zum Judentume lebenswahrer zu erfassen. Max Brod verrät in seinem Heine-Buch so gar kein Verständnis für den jüdischen Geist, der im Elternhause Harry Heines gewaltet hat. Er klebt sein Portrait aus verschiedenen Papierstreifen zusammen. Wir greifen nach einem Modell. Wir befragen einen Jüngling, der wie Heine aus den besten jüdischen Familien, die Führer in Israel waren, stammt. Auch ihm haben, wie Heine erzählt ״die weiblichen Barden mit epischer Monotonie die alten Familiensagen erzählt״ .״Da״ sagt mir der Jüngling, ״reifte in solchen Andachtsstunden in meiner Seele der Entschluss, einst meinen Ahnen würdig, ihnen gleich zu tun und meinem Stamme Führer und Helfer zu werden!״ Siehe da! Dieser lebenswahre Zug fehlt aus allen Biographien Heines, weil er nicht auf dem Papiere steht. Auch nicht, wie streng orthodox er erzogen worden ist, das beweist doch mehr als eine überlieferte Anekdote. Heine wollte bei einem Brande nicht den Wassereimer weiter reichen, weil es Sabhath war. Er muss zumindest 14 Jahre alt gewesen sein, wenn man ihn zum Weitergeben des schweren Wassereimers gebrauchen wollte. Seine Barmizwa (Konfirmation), dieser bedeutungsvollste Tag im Leben des jüdischen Knaben, stand daher 1m Zeichen der strengsten Observanz. Er hat sicherlich eine kleine übliche homiletische Predigt gehalten, die Haftara mit traditioneller Melodie rezitiert, selbst den ,,Schalscheleth wie ein Vogel״ getrillert. Das *) So hat Heine bekanntlich seinen Taufschein genannt. 3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.