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Judaica · 1937-07-01 · 23-24 (Juli 1937) · page 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
23-24 (Juli 1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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zum Chef dieser Firma, welcher er durch sein Organisationsgenie zum Welthause machen konnte. Er hat aber seine Organisationsgabe und Willenskraft nicht zur Gänze dem Geschäfte widmen wollen. Mit höherem Eifer und Hingabe hat er die Fähigkeiten seinem Lebensideale dem traditionstreuen Judentume gewidmet. Er ist der Gründer der „Agudat Israel”. Er starb allzufrüh im Frühjahr 1913. Wie seltsam, dass sein Name sowenig genannt wird, dass man selbst in Aguda- Kreisen kaum von seinem hohen Verdienste um die Gründung der orthodoxen Weltorganisation, von seiner Selbstlosigkeit, seinen grossen materiellen Opfern hört! Man wirft Weizmann vor, dass er den Namen Herzl fast niemals nennt, aber das Andenken Herzls lebt in jedem Herzen, das für Zion und Judentum schlägt, während der Herzl der Aguda Louis Feist, gänzlich totgeschwiegen wird. Es gibt einen rätselhaften Ausspruch des Talmuds: „Wer eine Sache in dem Namen desjenigen erzählt, der sie zuerst ausgesprochen hat, bringt die Erlösung.” Die Wahrheit dieser Weisheitslehre bewährt sich leider all zu sehr in der Umkehrung. Das sollten die Talmudtreuen doch noch mehr als die Gottlosen, die nicht an den Talmud glauben, befolgen. Aber Misrachi schweigt den Rabbi Reines, Dr. Nobel ebenso tot, wie die Zionisten Nordau, Zangwill und Marmorek. Bei den Zionisten gibt es noch eine jährliche Herzl-Trauerfeier, während die Jahrzeit des Gründers des Misrachis, Rabbi Reines überhaupt nicht abgehalten wird und wir können uns nicht erinnern je eine Gedenkfeier für Louis Feist an einer Agudatagung gehört zu haben. Die Marienbader Kennesia wird hoffentlich einmal den Namen des Schöpfers der Aguda in Ehren nennen, denn wir glauben ehrlich, dass die Geula nicht gekommen ist, weil man niemals eine Sache im Namen des Autors wieder gegeben hat. Bibliographie Toldot hadefuss haibri. Geschichte der hebräischen Typographie der europäischen Städte Amsterdam, Antwerpen, Avignon, Basel, Bruenn, Dessau, Dyhernfurth, Halle, Isny, Jessnitz, Karlsruhe, Kleve, Konstanz, Leiden, London, Metz, Strassburg, Thiengen, Wien und Zürich, seit ihrer Entstehung im Jahre 1516, Biographieen der Begründer und Entfalter nebst Beschreibung ihres Personals und ihrer Nachfolger, sowie einer bibliographischen Aufzählung der Druckerzeugnisse. Nach den Quellen bearbeitet von B. Friedberg, Antwerpen. 1937 (12 Ramstraat). Eleganter Ganz- Icinenband. Quart. 122 Seiten. — Ein neues Werk Friedbergs, das bedeutet eine Freude für alle Freunde des hebräischen Buches. Uns stehen die Daten über Wiener und Brünner Typographie am nächsten. Wie Josef Edler von Kurzbeck von Josef II. angeregt, eine hebräische Druckerei errichtet, deren Typen aus der berümhten Amsterdamer Druckerei der Brüder Props stammten, wie Anton Schmid hebräisch lernt, um diese Sprache gründlich zu beherrschen. Wie er schliesslich selbst die Druckerei übernimmt. Unter Seinen gelehrten Korrektoren finden wir unsere Pressburger. Michael Duschinsky und Max Emanuel Stern; auch Israel KnÖpfelmacher kann als Pressburger angesprochen werden. — Chachma L* Slomo, Abhandlung über Wissenschaft und Geschichte des Judentums — Festschrift für Herrn Samuel Lengyel und Frau geb. Agnes Engländer, anlässlich ihrer goldenen Hochzeit 1885—1935, dargebracht von seinem Freunde Rabbiner Ch. L. Ehrenreich. Verlag „Ozar Cachaim”, Humenne, CSR, 1936. Druck „Haladäs”, Berehovo. Grossoktav, 232 Seiten. Der reiche Inhalt an Aufsätzen von profunder Gelehrsamkeit, aus den verschiedensten Ländern zu einem Bouquet vereinigt, ist ein selten schönes, unvergleichliches Geschenk zum seltenen Freudenfeste. Eine Biographie des Jubilanten, die Darstellung seiner ausserordentlichen Wirksamkeit im öffentlichen Leben eröffnet das Werk. Rabbi Ehrenreich liefert eine eindrucksvolle Skizze von der Persönlichkeit Mosis, wie er sie in den Sajin-Adar-Reden geschaffen hat. Dr. Samuel Kraus, Rabbiner Fischer-Särospatak (Hildesheim-Briefe), Hirschberg- Albany, Miller-New York, Rabbi Greenspan-Leeds sind Mitarbeiter des Buches, Fleischer-Timissoara ediert ein Manuskript Ibn Esra „Sefer Haolam”, ein astrologisches Werk. Responsen des Rabbi Ehrenreich ergänzen den imposanten Inhaltswert des Sammelwerkes. Erez Israel, Babal, we-arzot hagola und II hamazaw hakalka li sei Chasal von Rabbi Leopold Jekutiel Greenwald-Columbus, Ohio, Brooklyn. Der fleissige Historiker überrascht die hebräischen Leserwelt fast alljährlich mit 43

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