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Judaica · 1937-07-01 · 23-24 (Juli 1937) · page 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
23-24 (Juli 1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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Nekrologe Die letzte Aufnahme des Mukacevoer Raws s. 1. Grossrabbiner Ch. L. Spira s. A. Seine über Land und Meer verbreitete Gemeinde von leidenschaftlichen Verehrern wird ihn nicht Wiedersehen und nicht seinesgleichen. Er ragte aus anderen Zeiten in unsere seelenarme Generation hinein. „Eine hohe Säule .. . von längstvergang’ner Pracht” und seine Getreuen wussten es seit langem, dass „diese schon geborsten, kann stürzen über Nacht”. Freilich ein Stück Mauerwerk, das von längstvergang’ner Pracht zeugt, wird vom Denkmalamt ängstlich vor Beschmutzung und Zerstörung geschützt, nicht aber dieses prachtvolle lebende Denkmal aus „dem Reste der Rephaim”, ihn durfte jeder gottlose Bursche entweihen und verletzen. Was er den Hunderttausenden war, die in ihm die vollendendste Verkörperung ihres eigenen Lebensideals gesehen haben, was er, der profunde Talmudgelehrte, den Verehrern dieser Wissenschaft war, ist in so vielen Trauerkundgebungen in Wort und Schrift erschöpft worden. Was ihn hoch über seine Umwelt erhoben hat und sein Angedenken teuer macht für Jedermann, ist das Heroische seiner Erscheinung, die restlose Hingabe für das als wahr und erstrebenswert Erkannte, der volle Einsatz seiner Persönlichkeit, seiner Ruhe, seines Vermögens. Er, den Hunderttausende schwärmerisch verehrten, starb trotz seiner asketischen Lebensweise, arm mit Hinterlassung von Schulden! Was ist die erste, die höchste Tugend des Führers nach dem Geheiss der Bibel. . . Ansche chajil; heroische Naturen! Er war es, wie Wenige unter den jüdischen Führern! Sein frisches Grab in Mukacevo ist ein Heldengrab, dem Freund und Widersacher aller Bekenntnisse und Stämme ihre Ehrenbezeugung nicht zu versagen pflegen! Was er, mit Macht gegen die reissende Strömung des jüdischen Pseudo-Nationalismus ankämpfend vorausgesagt hat, ist zu seinem eigenen, grössten Kummer wahr geworden. Er sah Zion, das täglich verherrlichte von Stufe zu Stufe sinkend, seine eigene Gemeinde zur Stätte des Abfalles verkehrt, das Laster triumphieren und die Bundeslade in der Gewalt der Philister, seine eigene Kraft erlahmend, sich schon eh* er den Sieg der gerechten Sache erkämpft hatte, von einer höheren Stimme abberufen von der Wahlstatt, er fühlte menschliche Heilkunst scheitern an dem Willen des Obersten, dem er sein ganzes heroisches Sein geheiligt hatte und vor dessen unerforschlichen Ratschlüsse er sich auch da huldigend und lobpreisend beugte. Ejch noflu gibborim! Max Rosenbaum. Samstag, den 9. Ab verstarb in Pressburg im 78. Jahre der Privatgelehrte Max Rosenbaum und wurde unter ausserordentlicher Beteiligung am nächsten Tage begraben. Er war der Sohn des Vorstehers Israel Rosenbaum und ein Spross der bekannten Gelehrten-Familie Letsch- Rosenbaum, Nachkommen des Rabbi Löw in Prag. Der Verblichene war Schüler der Pressburger Jeschiba, ein Schwager des Rabbi Dr. Anton Jeremias Nobel, bei welchem er in Leipzig, Frankfurt und Hamburg gelebt hat. Die letzten Jahre verlebte er in Pressburg, seinen kaufmännischen Beruf mit Thorastudium teilend. Frau Valier Grossmann betrauert im Hingeschiedenen ihren zärtlich geliebten Vater, die Herren Sigmund Rosenbaum-Bratislava und Jakob Rosenbaum-Budapest ihren verehrten Bruder, die Nachlat Esriel- Synagoge ihren Vorsteher. 36

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