Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 23-24 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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schöne geistige Opfergabe nicht ausführlich würdigen können. Ein herzliches eindruckstiefes Vorwort eröffnet das schön ausgestattete Werk der Jubiläumskommission Moses Gaster (London), Avigdor Aptowitzer, Juda (Hugo) Bergmann (Prag-Jerusalem), Michael Guttmann (Budapest) und Nahum Slousch (Paris-Jerusalem). Ausser den Genannten haben u. A. Jellin, Marmorstein (Senica-London), Slousch und Torczyner beigetragen. Notizen DER PLAN HERBERT SAMUELS. Viscount Samuel hat >m englischen Parlament für eine arabische Konföderation plädiert, in welche Palästina eingeschlossen würde. Die Juden sollen die nationalen Aspirationen der Araber anerkennen. — Dieser einzig mögliche Plan deckt sich mit der Aktion der „Jüdischen Presse” in Wien, die damals das Organ der Agudaweltzentrale gewesen ist. Die „Jüdische Presse” veröffentlichte 1921 ein „wichtiges Gespräch” des Redakteurs Bettelheim mit dem türkischen Staatsmann und Redakteur des „Ikdam” Achmet Djewet Bey, welcher seine Mitwirkung zu dem Plane zusagte, dass den Juden unbeschränkte Einwanderung von Millionen im nahen Orient ermöglichen würde. Sie könnten den ganzen Handel übernehmen und „wenn Sie nach Jahrzehnten bewiesen haben, dass sie unsere treuen, verlässlichen Stammesbrüder seien, so mag der Moment kommen, wo wir sagen: Brüder, wir haben Vertrauen zu Euch, dieser Teil unseres Reiches, Palästina, gehört Euch zur autonomen Verwaltung.” Das war kein leeres Gerede, wie es jetzt von allen jüdischen Parteien geleistet wird. Die Wiener und Pressburger Agudaleitung, namentlich der energische Präses Koloman Weber war zur Ausführung bereit, in Palästina der Patriarch Rabbi Sonnenfeld und der geniale Diplomat Prof. Dr. Jakob Israel de Haan. In Amerika hatte man den tüchtigen Unterhändler Joseph Gedalecia beauftragt in diesem Sinne zu wirken. Aber die Frankfurter Agudazentrale schrieb uns: „Wir dürfen jetzt keine araberfreundlichen Kundgebungen machen, da wir mit den Zionisten verhandeln und diese uns als Verräter verschreien, wenn wir araberfreundlich schreiben.” Die „Jüdische Presse” ist im Juni 1920 freilich mit dem Programme der Negierung der Balfourdeklaration und der brüderlichen Kooperation mit den Arabern gegründet worden. Diese Haltung wurde bis Ende 1922, trotz des Frankfurter Widerstandes verfochten. Herbert Samuel wäre schon damals mit seinem Plane hervorgetreten, wenn eine jüdische Partei ihm Rückhalt geboten hätte. Wir hätten heute eine brüderlich gastfreundliche Stätte im grossarabisch-jüdischem Reiche für alle die sich in die Nähe Zions sehnen und dort Ruhe suchen und Hunderte Millionen von Mohammedaner statt zu erbittertesten Feinden zu einem mächtigen Schutzwall. Dieses Programm hielt die „Jüdische Presse” zudem für einen biblischen kategorischen Imperativ der Parabel von Isak und Ismael, den beiden Söhnen Abrahams. Rab. Dr. Max Porl Schay, New York hat den bereits avisierten Lembergerischen Stammbaum fertiggestellt und uns zugesendet. Wir wollen spätere Ergänzungen hinzufügen und wenn die Familie dafür Interesse zeigt, auch Bildermaterial dazu beschaffen. Die Beth-Jaakow-Schule in Bratislava. Eine Oase in der Wüste der viel Lärm um Nichts machenden jungjüdischen (mehr jung als jüdisch) Kulturorganisationen. Es ist wie zumeist im jüdischen Leben das Verdienst einer einzigen Person, der Lehrerin der Schule Fr. Landsberg. Eine ausgezeichnete Pädagogin, ihrer Aufgabe leidenschaftlich ergeben und von glühender Liebe zum Schrifttum des Judentums erfüllt, übt Fr. Landsberg einen unauslöschlichen Eindruck auf die ihr anvertrauten jungen Seelen aus. Die Schülerinnen zeigen eine gründliche Kenntnis der Bibel, ihrer Komentatoren und ihrer wundersamen Sprache, deren Grammatik ihnen geläufig ist. Herzl-Feier. Im Tempel der Jesurun- Gemeinde hielt Rabbiner Dr. Samuel Funk eine Gedenkrede über Herzl, die an Bedeutung gewonnen hat, da er persönliche Erinnerungen an Herzl mitteilen konnte. Der Redner betonte die sittliche Persönlichkeit Herzls. 35