Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 23-24 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Historische Notizen Alt-Pressburg in Palästina. Mitgeteilt vom Custos a. d. Josef Csäkos, dem/Sohne des Adressaten. Jerusalem, am io. November 75. ... Also ich bin — Gottlob glücklich am 19. September . . . mit meiner Familie in Jerusalem angekommen, der Weg zur See war für uns bei sehr schönem Wetter abgelaufen, die Seekrankheit bestand nur bei einigem Erbrechen bei meinem Weibe und kleinerem Knaben, in Alexandrien mussten wir richtig Karantaine halten, aber nur 5 Tage in sehr ordentlichen, gesunden Räumlichkeiten, dort verdiente ich mir durch Gravieren 20 Frank in 1% Tagen. Hier in Jerusalem habe ich nun schon eine schöne Wohnung und ein kleines aber nettes Gewölberl in der nobelsten Gasse d. h. am Batrag, den ganzen Zins auf 1 Jahr muss man hier voraus erlegen, ein Glück, dass er nicht zu hoch ist. Wohnung samt Gewölb beiläufig 180 fl., ich graviere in dem Gewölbe. Habe aber sehr wenig vorläufig zu tun, es sind hier noch 3 Graveure, ich hatte auch allerlei Farben zum Verschleiss, ich habe das Gewölb erst 8 Tage, es zeigt sich sehr flau. Die Goldschmiede hier brauchen keinen Graveur, die patzen alles selbst. Wenn ich Sie bitten darf, mich ebenfalls, wenn auch nur durch 1 Karte mit einem Bericht von Ihnen und Ihrer werten Familie zu beehren, würde mich sehr freuen, schreiben Sie gütigst nur unter folgender Adresse achtungsvollst David Spitzer in Jerusalem. Meinen herzlichsten Gruss an Herrn Adler s. H. Sohn. Levante-Postkarte: Indirizzo „Herrn Michael Csäkos Graveur grosse Wödritz Nr. 12 5*) Pressburg Ungarn. Als T. Sv. Martin noch Gelehrtennest war. Im Nachlasse des im Vorjahre verstorbenen Sohnes Max Gräbers, Dr. Karl Graber- Budapest, fanden wir ein Briefchen eines Fiermann Horowitz in Mattersdorf an den Arzt und jüdischen Gelehrten Dr. Arje Adolf Tyroler, geschrieben am Hoschana Rabba-Tage des Jahres 1891, also gar nicht weit zurück von unserer Zeit. Wer Hermann Horowitz (Menachem Zwi Halevy) gewesen ist, konnten wir nicht erfahren. Anfragen an zwei Mattersdorfer Herren um Information blieben schnöde unbeantwortet. Der Brief Horowitzens ist einer der letzten Ausläufer jener wundersamen gelehrten Korre- *) Dieses Haus war Eigentum des Tuchhändlers Kassowitz3 dessen Sohn Dr. Med. rühmlichst bekannter Koleraarzt war. (J. Csäkos.) 28