Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 23-24 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Leutschau und fiel durch. Er bemerkt auch, dass seine Frau Jüdin bleiben wolle, solange ihr Vater lebe. Am 5. April 1834 berichtet er, dass sein Bruder mit fast allem Magnaten und Prälaten in Pressburg seinetwegen gesprochen hätte.. Er beklagt sich, dass die Aehrenlese nichts von ihm bringe. Am 6. Juni 1835 aber berichtet er Kornfeld mit gewaltig grossen Schriftzügen: Nach zwanzigjähriger Bestrebung, nach so vielem Schwanken, nach so lang andauernder Schwäche in der Ausführung eines tiefgewollten Planes bin ich endlich ans Ziel gelangt, ans glänzende, mit himmlischen Rosen bekränzte Ziel, welches zu erreichen ich immer für so schwer hielt und welches doch so leicht zu erreichen war, als herrlich im Besitze ist. Am 27. April wurde ich durch den Munkatscher Hr. Pfarrer in einer Dorfkirche, nicht weit von hier vermittels der Taufe zum katholischen Christen geweiht. Mein Inneres wurde ganz ausgeglüht von dem heiligen Feuer der Religion. . . Da EW. wohlbekannt ist, dass meine Frau das Hinderniss war. weswegen ich nicht früher diesen Schritt that, so benütze ich die Abwesenheit dieses meines heissgeliebten und braven Weibes und ohne sie und bis jetzt noch ohne meine zwei Kinder Christ zu werden. Anfangs glaubte ich und that es auch auf diese Gefahr hin, dass wir uns werden trennen müssen, aber sie ist auch entschlossen, mir zu folgen und warten nur bis wir auf eine andere ärztliche Stelle werden abgehen können. Ich werde entweder eine Kameral¬ oder Komitatsstelle bekommen. Allenfalls werde bald weg von hier . . . Das Innere ausgeglüht! ... Da spricht noch der Orthodoxe aus ihm, ausgeglüht „geikaschert”. Am 18. September 1835 teilt: er mit, dass auch morgen seine Frau getauft werde. Er werde eine Bezirksarzt-Stelle in Tetso (jetzt Tacovo) erhalten. Es felgt eine Reihe von Briefen aus Tetso. Er ist mit seinem Schicksale nicht zufrieden. Der Ort ist klein, die Gesellschaft wenig geeignet, geistige Anregungen zu bieten, Kornfeld macht verzweifelte Versuche wieder als Literat einen Namen zu erwerben. Er behandelt den Prof. Rumy mit schnödem Undanke. Rumy scheint in seiner Not um eine kleine Anleihe gebeten zu haben. Kornfeld erweist sich als Geizhals. Rumy unterbricht eine Zeitlang, offenbar aus Empörung über diesen hässlichen Undank, die Korrespondenz und Kornfeld fleht vergebens um eine Antwort, zuletzt in einem mangelhaft ungarisch geschriebenen Briefe vom 1. Jan. 1845. Der letzte Brief ctammt vom 4. Dezember 1845, e^ne sentimentale Betrachtung über das Leben eines Gelehrten. Er, Kornfeld sei jetzt 50 Jahre alt, habe fünf Kinder. Es gelingt ihm erst nach Jahren eine Sammlung seiner Schriften herauszugeben. Niemals aber erwähnt er seine hebräisch-deutsche Ode an den Obergespan Grafen Pälffy vom Jahre 1825, die wohl das Beste gewesen ist, das seine Muse geschaffen hat und welcher er das Interesse verdankt, das hier zur Erforschung seines Lebenslaufes geführt hat. Wir haben in der letzten Nummer erwähnt, dass Wurzbach garkeinen Artikel über Moritz Kornfeld hat. Wir finden aber, dass Wurzbach ihn mit Aron Kornfeld verwechselt und unter diesem Schlagwort einen sehr fehlerhaften Artikel bringt. 27