Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 23-24 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Johann in Szathmär, den er nun erfuhr, gewöhnt hat. Mein Weib, die eigentlich auch nur die Rücksicht für ihren Vater zurückhielt, habe ich auch dazu bestimmt. Aber leider muss ich dazu Unterstützung haben, um damit wir den Unterricht ungestört und ungeneckt von Juden gemessen, weil diese hier uns steinigen würden, so wie sie jetzt mir schon abgeneigt sind, weil mein Bruder katholisch ist und es auch von mir glauben, ob ich gleich leider! jüdische Frömmigkeit heuchle und heuchlen muss.(!) Helfen Sie mir zu diesem Glück! Machen Sie gefl. meine Kenntnisse geltend, dass ich in mehreren Fächern Schriftsteller war, jetzt Arzt bin und hier schon viele glückliche Kuren machte, dass ich die Kenntnis mehrerer Sprachen besitzte, das Lateinische kenne, das Französische sehr gut, das Deutsche ex profundo, so wie auch das Hebräische, welches mir vielleicht noch in mancher Hinsicht noch zu Gute kommen kann, besonders wenn ich sollte zur Verbreitung der christlichen Religion unter den Juden etwas beitragen . . . , dass ich auch eine slavische Sprache spreche, nähmlich das Böhmische, dass ich im Ungarischen fleissig bin und in nicht langer Zeit auch diese Sprache zu eigen machen werde, dass ich drei Jahre Medizin studierte . . . Das alles bekennt er, während er in der Munkatscher Synagoge unter den- Frommen betet und „jüdische Frömmigkeit heuchelt”! Seit zwanzig Jahren, also noch in der Jeschiba, hat er an die Taufe gedacht, war aber entschlossen sein Judentum so teuer als möglich zu verkaufen, womöglich an einen Prinzen oder Prälaten. . . . Jetzt werde ich bald meine grosse Reise nach Pressburg antreten. Von Szathmär aus habe ich vom dortigen Domprobst Herrn Grafen von Waldstein ein Empfehlungsschreiben erhalten . . . Vom hiesigen katholischen Pfarrer, dem ich mich schon sub rosa entdeckt habe, werde ich gewiss ein kräftiges offiz. Zeugniss erhalten. Ich schrieb auch an meinen ehemaligen Freund, der zwar noch Jude ist, aber brave Gesinnung hat, dem Hr. Gabriel Ullmann, Bruder und Schwiegersohn des so Reichen, er möchte mich in Hinsicht meines Vorhabens empfehlen, erhielt aber bis jetzt keine Antwort. Ich befolgte auch Ihren weisen Rath, mich wieder öffentlich hören zu lassen und schrieb in Eile folgendes Gedicht. Es wäre mir unendlich lieb, wenn Sie es gefl. ... an den Redakteur der Aehrenlese in Pressburg mit einem anempfehlenden Worte zur schleunigen Einrückung befördern möchten. In der Aehrenlese würde es meinen Namen in Pressburg und Wien wieder auffrischen, wo er schon gänzlich vergessen zu sein scheint. . . ii. VI. 833. — Auf geschoben ist nicht aufgehoben, sage ich immer von meinem heiligen Vorsatze. Ich hatte alles so schon vorbereitet zu meiner Reise nach Pesth, Gran und Pressburg, Ihre mir werthen und gewiss auch nützlichen Empfehlungsschreiben, eines v. H. Grafen von Waldstein Domprobst in Szathmär. Mein Bruder von dort kam eigends deswegen hieher, um mich in meinem Vorhaben zu bestärken, wenn ich noch wanken solle und doch blieb ich hier und bleibe noch hier, ohne einen Schritt näher zu meinem grossen Ziele gemacht zu haben. Noch mehr: Ich bin jetzt hier von der Judengemeinde als Arzt auf genommen worden(!), welches ich bis jetzt nicht war. Ist dies Wankelmuth? Bei. . . nicht! Jeden Augenblick bin ich bereit, wenn ich irgend eine Aussicht auf Lebensunterhalt oder auf eine fixe Stelle hätte... Was Sie von den Protestanten schreiben, ist auch wirklich wahr, diese sind fast ebenso gegen den Übertritt eines Juden zur kath. Religion, wie die Juden selbst.. . Ich habe durch mein Zögern nichts verloren, indem ich mich hier als praktischer Arzt mehr geprüft und perfektioniert habe, so, dass mich ausser den hiesigen Juden noch die Beregszäszer Judengemeinde zu ihrem Arzte haben wollten, welches nicht wenig sagen will, da man hier gegen die Kornfelds sehr missgestimmt ist, weil mein Bruder in Szathmär sich taufen Hess und jnan mir in dieser Hinsicht auch nicht traut und ich auch hier einen anderen jüdischen Arzt, der schon drei Jahre hier ist, habe ausstechen müssen um von den Juden mit fixem Gehalte aufgenommen zu werden. Wir überspringen einige nichtssagende Briefe. Kornfeld konkurrierte auf eine um den Preis der Taufe anempfohlene Stelle in 26