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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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Stunden der Müsse etwas Litterarisches arbeiten zu können. Wie gesagt, ich bin jetzt nur mit meiner geliebten Medizin und mit meinen Patienten beschäftigt. Aber mein Herz hängt mir doch an meiner früheren Geliebten, der Poesie und den poetischen Wissenschaften, die ich aber jetzt, wenn ich Zeit und Ruhe dazu haben werde, nicht mehr als ein feuriger Liebhaber, sondern als ein ernster männlischer Freund wieder umarmen werde. Und nur als Christ will und werde ich das thun. Ich bin überzeugt, dass E. W. Alles thun werden, was zu meinem Glücke beitragen kann. Wenn in Gran selbst eine Aussicht für mich ist, so bin ich noch mehr zufrieden. Nur muss ich sehr bitten, dass vor der Hand dies mein Vorhaben noch ein Geheimniss bleibe, indem ich sonst manche 'Behinderungen und Schikanen von Seiten mancher meiner jetzigem Glaubensgenossen ausgesetzt seyn konnte. Leben Sie wohl, mein theuerer verehrter Freund, ich bin mit der grössten Hochachtung E. W. ergebener Diener und Freund Moritz Kornfeld. Aber an diesen theueren und verehrten Freund schreibt er nur, wenn er ihn braucht. Er hat ihn nicht einmal von der Erlangung des Diplomes verständigt. Da es ihm in seiner neuen Stelle wieder bange ist, denkt er wieder an Rumy, besonders, da dieser eine Stellung in Gran erhalten hat. Wir sind niemals in die Taktlosigkeit verfallen, solche Juden, die ihr seelisches oder auch materielles Heil im Christentume suchen öffentlich zu verhöhnen oder zu ächten. Wir leben in einem christlichen Staate, der auch immer christlicher wird und haben Rücksicht auf die Empfindungen unserer Mitbürger zu nehmen. Aber dieser gewissenlose Schacher mit seiner Religion, wie er sich in diesen Briefen verrät, verdient den Pranger. Wir lernen hier nur einseitig seine Korrespondenz als guter Christ kennen, natürlich hat er gleichzeitig andere Versuche zum Fortkommen als ebenso guter lüde gemacht. In der Tat berichtet er am 29. Mai 1832 aus dem Zentrum der orthodoxen Judentumes Munkäcs, dass er hier als Arzt lebe und gute Praxis bei den Juden habe. Er bittet um Empfehlung an Herrn v. Tschaplowitsch, dem obersten Beamten beim Grafen Schönborn, der Erzbischof Pyrker möge ihn auch zum Grafen empfehlen, das würde sein Vorhaben Christ zu werden fördern. Er fürchte, dass man seine Briefe hier öffnen würde, besonders wenn sie von Gran kämen und gibt erst eine andere Adresse an, geht aber von diesem Vorsatz ab. (Schluss folgt.) Abrabanel und Pressburg? Es ist lange her, dass sein Geist in der Kehilla hamfuara lebend war. Zweifellos hat es wenig Gemeinden in Westeuropa gegeben, wo Abrabanel so eifrig und fleissig studiert worden ist, als in Pressburg, wo nicht nur das Talmudstudium, sondern auch die grossen Religionsphilosophen gepflegt worden sind. „More nebochim” des Maimonides hat hier ja zwei Übersetzer und Akedat Izchak die schönste Ausgabe gefunden. Von dem Pressburger Abrabanel-Kultus hat sich ein schönes Dokument erhalten. Als der Pressburger Buchdrucker Zwi Spitz in Offenbach 1767 eine Druckerei errichtet hat, ist seine Erstlingsgabe „Mazmiach Jesua” von Isak Abrabanel. Es gäbe kein würdigerer Anfang seiner Tätigkeit, sagt der Pressburger Buchdrucker im Vorworte, als ein Werk von Nassi Don Isak Abrabanel. 42

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