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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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Jean Pauls mit Protektion und Schmeicheleien errungen? Wenn er von Geld und Gewinn spricht, verfällt er noch in den Ghettostyl: „Wenn es mir glänzend wird (gehen .. .” Aber Moritz Kornfeld hat nur das ungeahnte Malheur, dass die Sonne seine Briefe an den Tag gebracht hat. Wer weiss, wie die private Korrespondenz anderer gefeierten Grössen ausgesehen hat und mit welchen Mittel sie in die Höhe kamen! 4. Brief. — Wien, den 24. August 828. Mein theuerer verehrter Herr Professor! Ich bitte zu entschuldigen, dass ich meinem Versprechen gemäss nicht am Tage Ihrer Abreise zu Ihnen kam. Es war mir rein unmöglich. Es ist auch mein Schade, denn was ich jetzt gezwungen bin, Ihnen hiemit schriftlich mitzutheilen, wollte ich ergebenst mündlich bitten. Ich habe nähmlich im Jahre 1817/18 in Pest das erste Jahr der Chirurgie mit gutem Erfolge gehört und erhielt auch ein Attest darüber. Aber in dieses Zeugniss schlich sich ein Irrtum ein, dass darin steht, ich sei ein Ungar und mein Vater Wolf Handelsmann in Altofen, da doch die Wahrheit ist, dass ich ein geborener Böhme bin und mein Vater in Prelautsch in Böhmen im Chrudimer Kreis wohnt. Mir ist es unbegreiflich, wie sich das Unrichtige eingeschlichen haben mag. Nun brauche ich dieses Zeugniss zu meinen Angelegenheiten, die Sie kennen sehr unumgänglich nötig. Ich bitte Sie also mein geehrter Herr P. die Güte für mich zu haben und selbst zum jetzigen Decan der med. Fakultät allda sich zu bemühen, damit Ihnen das Zeugniss und zwar mit obriger Verbesserung, dass ich ein Böhme und mein Vater Wolf ein Böhme und Handelsmann ausgefolgt werde, damit Sie mir es dann gefälligst allsogleich durch die Post zusenden. Ich habe das auch Herrn Rosenthal geschrieben, vielleicht gelingt es Ihnen beiden, wenn es Ihnen allein H. Pr. nicht soll gelingen können. Ich werde mich für Ihre Mühe dankbar bezeugen. Schreiben Sie mir nur wie ich mich vielleicht in Ihrer Abwesenheit kann gefällig erweisen, gern will ich es thun. Ich wünsche dass Ihre Reise den besten und glücklichsten Erfolg haben mag. Sie verdienen schon einmal ruhig und glücklich zu sein. Ich fühle jetzt, wie unglücklich man ist, wenn man in eine unsichere Zukunft hineinblickt. Gott möge es Ihnen bald recht gut gehen lassen. Mit Hochachtung Ihr Freund und Diener M. Kornfeld. , An Rumy hat er einmal einen wertvollen Protektor, den er gehörig ausnützt und dessen Dienste er vorläufig mit Versprechungen und mit Beteuerungen der Liebe (aber unter Diskretion) zum Christenthume, liquidiert. Wir erfahren zu seiner Biographie, dass 1817/18 in Pest, wohin damals viel jüdische Hörer aus Mähren und Böhmen kamen, sein Zeugnis als Chirurg erhält, in welchem er es für unbegreiflich findet, dass er als Ungar aus Altofen figuriert, wo er doch, au contraire! Böhme aus Prelautsch ist! Noch unbegreiflicher finden wir es, dass er diesen Irrtum nicht sofort richtig gestellt und zehn Jahre dazu brauchte, um diesen Irrtum zu bemerken. In Ungarn war er Ungar, in Österreich ist er Böhme, er ist Jude und Christ, Ungar und Böhme „politischen Blickes0 aber auch sehr loyal. 5. Brief. — Pocs-Petri, 22. August 1831. — Hochgeehrter Herr! Verehrungswürdigster Freund! Wenn mein Wille für die That genommen würde, so würden E. H. sich gewiss nicht über mein langes Nichtschreiben zu beklagen haben. Theils war ich krank, theils hatte ich mit Studien, jetzt seit einem halben Jahre 40

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