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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Zwei Freihäuser im einstigen Pressburger Ghetto Von Josef Hans Csakos, Kustos des städt. Museums i. P. Über das Pressburger Ghetto ist im Laufe der Zeiten sehr viel zusammengetragen und geschrieben worden, all das könnte kaum in einem Meyer-Lexikonband untergebracht werden, doch nur ein einziger Schriftsteller hat es richtig getroffen. Im Verlage der Buchhandlung S. Steiner erschien 1873 der von Dr. Deutschinger verfasste „Führer durch Pressburg und seine Umgebung”, ein Werk, das heute noch seinen Wert besitzt und von den später erschienenen gleichartigen Werken nicht überholt wurde. Dr. Deutschinger, der nebenbei bemerkt Erzieher im fürstlichen Hause Rohan war, schreibt Seite 77 und 78: „Häuser und Menschen, Tore und Fenster, Kisten, Koffer, lange Kleiderreihen von Pelzen, Röcken, Hosen und Stiefeln, Gold und Silber, Tische, Kästen und altes Eisen, Perlen und Edelsteine, Lampen und moderne reichgefüllte Warenlager des Grosshandels gruppieren sich zu einem Genrebilde der üppigsten Phantasie. Hier geht nichts zu Grunde; hier klammert sich der Abfall prunkenden Seins noch einmal krampfhaft ans sinkende Leben; hier beginnen die neuesten Erzeugnisse des unerschöpflichen Industriegeistes ihren stürmenden Kreislauf; hier sucht die Not den letzten Flimmer zu verwerten, hier sucht die Not den Fetzen, um die schamhaften Blossen zu bedecken.” Deutschinger entwirft hier ein Bild, welches die rege Phantasie Dumas nicht trefflicher ausdenken könnte. Doch die Zeit, die alles nivellierende Zeit, sie schleift fortgesetzt, lässt neue Kulturen erstehen auf Kosten der alten . . . Zur Zeit der letzten Habsburger standen da noch die Freihöfe mancher adeliger Geschlechter, der Agränyi, Sigray, Szeleczky usw., und so mitten drin der ansehnlighe Kurialbesitz der Pälffy, dessen letzte Reste heute noch auf einstige Herrlichkeit deuten. Der letzte Dolchstoss wurde dem Ghetto durch die fürchterliche Feuersbrunst von 1913 versetzt, „aus den Ruinen keimte neues Leben”, gewiss, aber der Geschichtsfreund wird es immer lebhaft bedauern, dass unersetzliche Werte in Verlust geraten sind und niemals mehr ersetzt werden können. Da war z. B. der Szeleczkysche Edelhof, wie oft mag er wohl vom roten Hahn heimgesucht worden sein? Die Stadtannalen berichten: „Den 21. März 1845 i/'21 Uhr vor Tagesanbruch brannte der Szeleczkysche Edlhof auf dem Schlossberge ab”. Nach dem Ghettobrand 1913, kam ober dem Tore eine Inschrifttafel zum Vorschein, sie hatte folgenden Text: Lob Vs hostILIs fVnDIt — DeVastaVIt noblLIs — PaVLVs SzeLetzY — DerVo restaVraVit — 1809, zu deutsch: „Von feindlichen Geschossen entzündet, zerstört, durch den edlen Paul Szeleczky aus ruinenhaften Zustande neuerstanden.” Neben dem Edlhof, der Schlosstrasse zu, mit der einstigen Orientierungsnummer 78, stand ein Haus, welches durch die Heine- Forschung des Herausgebers dieser Zeitschrift zur Pressburger 23

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