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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Salamon Heine Müsl Ä1I1SII tfSfllp! noch einmal sich im Bewusstsein heit schrecklich erheben und die Heine bejaht die Frage nicht. Niemals spricht er von einem „Siege des Fortschrittes und der Freiheit” über den Antisemitismus. Darin ist er scharfblickender, als Börne, der auch sonst kaum über sein Jahrhundert hinausblikken kann. Heine vermag die deutsche Volksseele zu erfühlen, er weiss allein, dass die alten Götterbilder noch in Westphalen vergraben liegen, dass man sich dort noch für Wittekind schlagen würde, er sieht Deutschland nicht wie Börne im bengalischen Lichte, in einer sentimentalen Schlussapotheose der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit, sondern wusste immer, dass der geduldige deutsche Michel seiner physischen Überlegen- Weit erbeben machen werde. Darum vermag er, an die Judenfrage erinnert, nicht froh in alle Saiten der Leyer greifen, um den Bau eines Hospitals zu besingen; dieses „Gelegenheitsgedicht”, es enthält so viel Geist, Weisheit und tiefe Empfindung! Es wird kaum beachtet, dass hier ein superiores Urteil über die Judenfrage enthalten ist, das ebenso das „Abwehr-Judentum”, wie das Philantropie-Judentum, das keine höhere Aufgabe, als wohltätige Institutionen kennt, ablehnt. , „Ich weiss es nicht! Doch mittlerweile wollen Wir preisen, jenes Herz, das klug uns Zu lindern suchte, was der Lindrung fähig Zeithehen Balsam träufelnd in die Wunden. Er entschuldigt fast seinen Onkel, dass er nicht bloss grosser Philanthrop ist, sondern „die unheilbar grosse Brüderkrankheit” in ihrer ganzen Tragik beweint. Ein Mann der Tat, tat er, was eben tunlich; Für gute Werike gab er hin den Taglohn. Am Abend seines Lebens, menschenfreundlich Durch Wohl tun sich erholend von der Arbeit. Er gab mit reicher Hand — doch reichre Spende Entrollte manchmal seinem Aug’ die Thräne, Die kostbar schöne Thräne, die er weinte Ob der unheilbar grossen Brüderkrankheit.” Darin gleicht er dem kongenialen Herzl und auch darin überragt er den Horizont Ludwig Börnes. 22

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