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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Zur 500jährigen Geburtsfeier des Don Isak Abrabanel Bald rauscht cs wieder im jüdischen Blätterwald, wie zur Zeit der Maimonides- Feier, von ehrfürchtiger Bewunderung für die erhabene Erscheinung des vor einem halben Jahrtausend in Lissabon geborenen Staatsmannes, Theologen und Führers, Don Isak Abrabanel. Hier soll kein Abdruck lexikalischer Biographien oder müssige Meditation geboten werden. Hier sei zur Feier des grossen Tages eines anderen Fürsten im Reiche des Geistes gedacht, welcher der Überlieferung nach Blut vom Blute Abrabanels gewesen sei, Simon Max Südfeld, mit seinem gesetzlich inkorporierten Schriftstellernamen als Max Nordau bekannt, bewundert und verehrt. Intimere Beziehungen knüpft unsere Stadt an das Die letzte Aufnahme von Nordau (Besitz Alfred Südfelds, Budapest) Baron Adolf Kohner und Herzl. Ein wahrer jüdischer Aristokrat in des Wortes sympathischestem Sinne ist in der Einsamkeit, wohin er sich vor menschlichem Undanke zurückgezogen hat, gestorben. Wie er, ist auch sein Palais in der Damjanichgasse, das Schatzkästlein der Kunst verschwunden und hat einem grossen Nutzbau Platz gemacht. Im August 1928 hatten wir in diesem Palais eine Konferenz, mit dem gewünschten Resultat, dass Baron Kohner als Präsident der isr. Landeskanzlei an Louis Marschall ein Schreiben richtete, worin er seinen Beitritt zur Jewisch Agency anmeldete. Gleichzeitig gab er dem S. B.- Korrespondenten der „Jüd. Pressezentrale” eine solche Erklärung ab. Es wurde auch ein würdiges Denkmal für Elerzl, Requiem in der grossen Synagoge, Herzl-Museum etc. beschlossen. Paul Sändor hat dagegen gekämpft, vielleicht ohne Erfolg, wenn nicht die Zionisten, resp. Dr. Josef Patai und Dr. Josef Schönfeld aus Eigenbrödelei den Plan durchquert hätten. An der Konferenz nahm noch Hofrat Eulenburg und Generalsekretär Dr. Laszlo Bakonyi teil. Bei dieser Gelegenheit erzählte der Baron, dass er in Berlin viel mit dem jungen Herzl beisammen war, ohne etwas von seiner künftigen Mission an ihm wahrzunehmen. Sie kamen oft beim Bankier Treitel zusammen. (Herzl erzählt allerdings, dass er bei Treitel war, wo viel kleine hässliche Juden waren, was sich nicht auf Baron Kohner beziehen konnte, da dieser eine hohe, schlanke Erscheinung war.) Auf die Frage, ob Herzls Exterieur schon damals so faszinierend war, sagte der Baron: „Die Weiber waren weg für ihn, er machte sich aber wenig aus ihnen.” 9

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