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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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So nahm der ehrwürdige Greis, der das biblische Lebensalter überschritten hatte, nochmals mit ungebrochener Begeisterung seine Lehrtätigkeit in einer neuen Umgebung auf. Er verlieh der Gemeinde von Szäntö ihren noch immer nicht verblassten Nimbus. Schon trugen mehr als 2000 Schüler seine Lehren, sein Beispiel, seinen Namen über Land und Meer. In Szäntö gab er noch drei Werke heraus. „Sichron Aron” (Andenken an Aron), das dem allzufrüh verstorbenen, gelehrten, in Szäntö begrabenen Sohn, Aron gewidmet ist. „Kunterot Hachasaka” (Das Buch der Präsumptionen, 1834) und „Maase Rokeach” über Orach Chajim (1835). Im Jahre 1832 wird er von peinigenden Kopfschmerzen befallen. Der Arzt bezeichnet das Übel als unheilbar. Aber der Rabbi hört in Träumen zwei Bibelverse klingen: „Salböl fehle nicht auf deinem Haupte” (Prediger 9, 8) und „Heilung wird dies deinem Leibe” (Sprüche 3, 8). Er lässt sich Provence-Öl holen und sich damit dem Kopf salben. Der Kopfschmerz kam nicht wieder. Aber der Herr liebt es, seine Gerechten schwer zu prüfen. Im Jahre 1833 geht ein schweres Ungewitter über Szäntö nieder, ein gewaltiger Blitzstrahl fährt dicht vor dem Rabbi nieder, der dem vielgeprüften Greis das Augenlicht schwächte. Bei seinem ans Wunderbare grenzenden Gedächtnisse, war es ihm möglich, seine Lehrtätigkeit uneingeschränkt fortzusetzen. Er nahm auch da regen Anteil an allen Geschehnissen im Judentum. Bis zu seinem Lebensende bewahrte er die Vornehmheit seiner Erscheinung, den Adel seines Antlitzes, seine ungebeugte hohe Gestalt, nur der Glanz seiner Augen war gewichen aus dem scharfen und doch edlem Blicke, den ich noch an meinem Ölgemälde bewundere. Sie sollten sich bald schliessen! Im Monate Schebat befiel ihn eine Schwäche. Am 27. d. M. abends liess er die Führer der Gemeinde und der Chewra Kadischa zu sich bescheiden, nahm von ihnen Abschied, segnete die Gemeinde, Frau und Kinder. Noch in der Nacht liess er Talit und Tefillin vorbereiten. „Ich muss heute früher als sonst beginnen”. Er fragt wiederholt, ob es schon tage. Er beginnt schon in dunkelnder Nacht, mit den Berachot, den Lobpreisungen des Schöpfers, die das Morgengebet einleiten. Er kam bis zur Stelle: echod jachid ween kejichudo... da starb Eleasar Löw, der „Semen Rokeach”, den Tod der Gerechten . . . Seine edle, fromme Gattin überlebte ihn und starb am 22. Siwan 5607 (1847) in Szäntö. „Das Angedenken der Gerechten sei zum Segen!” Der 100. Todestag des „Semen Rokeach” wird am 4. Mai in Abaüj-Szanto (Ungarn), wo der grosse Rabbi seine Wirksamkeit und sein Leben beschlossen hat, in würdiger Weise begangen werden. Da für diese Zeit ein grosser Zustrom von Gästen zu erwarten ist, würde es sich empfehlen, dass Teilnehmer und besonders Deputationen und grössere Gruppen ihre Anmeldung an die Adresse: Jenö Blau, Abaüj-Szanto (Ungarn) richten wollen. 8

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