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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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der zuerst in Nächod, dann in Nagykällo als Rabbiner gewirkt hat und seines Wissens halber die „lebende Bibliothek55 genannt wurde. Allein auch da mischte sich der Wermutstropfen in den Kelch der Freude. Sein hochgelehrter Eidam, Rabbi Samuel Kohn in Ronsperg starb in jungen Jahren. Im Jahre 1812 folgt er seinem Eidam auf den Rabbinatssitz in Ronsperg (Klattau und Pilsen). Seine Stellung war hier in materieller Beziehung viel annehmlicher; er konnte sorgenfrei schaffen und gab auch hier sein „Jabin semua55, eine Sammlung seiner Homilien heraus, ein für breitere Schichten bestimmtes, leicht fassliches Maggidus-Werk. Allein die materielle Besserung konnte ihn nicht die grössere Möglichkeit des Lehrens in Triesch vergessen machen. So folgte er dann gerne wieder dem Rufe seiner einstigen Gemeinde Triesch, trotz der verzweifelten Anstrengungen der Ronsberger, ihn zu behalten. In Triesch veröffentlicht er (1820) seine „Saare Dea55 (Pforten der Erkenntnis), aber auf dem Titelblatte zeichnet er schon Rabbiner in Triesch, zukünftiger Raw in Mikulas. Im Jahre 1819 hatte eine Feuersbrunst die Stadt Triesch in eine Ruine verwandelt. Die Existenz der Jeschiba war vernichtet. Hauptsächlich aber veranlasste ihn, wie unzählige andere, das „Familiantengesetz55 in Mähren, nach dem freien Ungarn auszuwandern. (In Mähren durfte damals nur ein Sohn in einer Familie heiraten.) Eine vorteilhaftere Berufung nach Fürth liess er unerfüllt, da er den Mikulasern schon sein Wort gegeben hatte. Mikulas war damals eine Mutterstadt in Israel (nebst Pressburg das grösste Zentrum jüdischer Wissenschaft in Ungarn). Die Jeschiba stand unter seiner Leitung im Zenith. Sonntag, Montag und Dienstag trug er nur vor den Schülern vor, Mittwoch war Prüfung, Donnerstag und Freitag kamen auch die vielen gelehrten Gemeindemitglieder zum Vortrage, dessen Inhalt dann Samstag in einem Vortrage in der Synagoge zusammengefasst wurde, wo bei den Mitgliedern die Diskussion, die oft sehr temperamentvoll gepflogen wurde, gestattet war. In Mikulas wurde er noch immer der „Triescher Raw55 genannt und so zeichnet er auch selbst den zweiten Band seines „Saare Dea55. Seine glücklichste Zeit war gekrönt von dem Umstande, dass sein Sohn, der Zweitältester aus der zweiten Ehe, Benjamin Sew auch nach Ober-Ungarn berufen worden ist. Dieser hatte schon als Siebzehnjähriger seine Glossen zu Alfasi gedruckt, war Rabbiner in Rosperza, Amschonow, dann (1812) in Kolin in Böhmen. In Kolin veröffentlichte er den ersten Teil seines klassischen Werkes „Sare Tora55 (Pforten der Lehre) (1821), das von der jüdisch-wissenschaftlichen Welt mit Begeisterung aufgenommen worden ist. Im Jahre 1826 wurde er Rabbiner in Vrbove (Verbo, Werbau) und 1836 in V. Topofcany. Da trafen sich nach langer Zeit „Semen Rokeach55 und „Saare Thora55, Namen zweier der grössten Bergspitzen im Höhenzuge der Thorawissenschaft. Sie weinten beide heftig, als sie von einander schieden. Benjamin Wolf fragt 6

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