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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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beide renommierte Zentren der Talmudwissenschaft vor. „Semen Rokeach” entschied für die letztere, da dort der Entwicklung seiner Jeschiba die besten Aussichten winkten. Nicht leicht ward es ihm, seine treue Gemeinde Piliza, die Stätte seiner Leiden, doch auch der reichen schöpferischen Arbeit zu verlassen. Triesch war dazumal eine sehr bedeutende Jeschiba- Gemeinde, wohlhabende und thorakundige Gemeindemitglieder opferten reichlich, um die Jeschiba auf der Hohe zu erhalten; es strömten auch von weiter Ferne wissbegierige Jünglinge, um zu Füssen des grossen Meisters zu sitzen. Die Zahl der Schüler erreichte zumeist das zweite Hundert. Im Jahre 5567 (1807) gab er das bahnbrechende Werk zur Methodologie der talmudischen Forschung „Saare Chachma” (Pforten des Wissens) heraus, das der thorabeflissenen Welt den Wegweiser geben wollte. „Ich sah,” sagt er da einleitend, „dass sich die Kenntnis der Thora leider überall vermindert, dass Israel verkümmert, dass die Jünger, die sich nach Lehre sehnen und nach dem Heile streben, geistiger Nahrung bedürfen, die ihnen niemand zubereitet; wie Blinde im Finstern tasten sie; ein jeder muss sich seinen Altar erbauen. Sie fahren auf dem „Meere des Talmuds”, wie ein Schiff auf hoher See, das ohne Kapitän und ohne Ruder ist und zu scheitern droht. Aber auch derjenige, den der Allmächtige mit Wissen begnadet hat, und befähigt wäre, ein talmudisches Thema aus eigener Erkenntnis zu ergründen und zu erörtern, verschwendet gar viel Zeit mit pilpulistischen (sophistischen) Fragen und Antworten, fördert „Neuheiten” zu Tage, die unseren alten Lehrern niemals in den Sinn kamen und die wahre Methode des Talmuds bleibt ihnen unbekannt. Darob sah ich mich bewogen, dieses Werk über die Lehrmethode des Talmuds zu schreiben, der denen, die meines gleichen sind, nützen kann und den Talmudjüngern, die jetzt von der Methode des Talmuds nicht das Geringste wissen, den Weg zu weisen, den sie bei ihren Studien einzuschlagen haben.” Das hochbedeutende Werk teilt sich in zwölf Pforten. Jede Pforte führt nach einer bestimmten Richtung durch das weite Gebiet der Talmudwissenschaft, das Werk bietet aber auch ausserdem auch für die Kommentierung talmudischer Stellen viel des Belehrenden und Wissenswerten. Es ist erstaunlich, wie rasch der grosse Meister bei aller peinlichster Gründlichkeit gearbeitet hat. Das unter dem Titel „Ejne Haeda” in Prag 1809 herausgegebene Werk, Glossen (Ser sahab) zu den Kommentaren von Trani und Rit’ba auf Kidusin, hat er in einem Monate fertiggebracht. Im Jahre 5572 (1812) erscheinen „Chiduse Hilchot Semen Rokeach”. Er hat zu allen Traktaten des Talmuds Novellen (Chidusim) geschrieben, im Drucke sind aber nur die Novellen zu Berachot, Pessachim und Beza erschienen. Um diese Zeit erlebte er die Freude, seine Tochter mit dem Sohne seines kongenialen grossen Freundes, des Landesrabbiners von Mähren, Mordechaj Benet zu verheiraten, mit Rabbi Jesaja, 5

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