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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Er, der gänzlich dem Studium ergeben war, hatte die Verwaltung seines Vermögens einem treulosen Freunde anvertraut, der ihn um sein ganzes Heiratsgut gebracht hat. Und im Jahre 5552 (1792) wurde ihm seine gute Frau Jitta entrissen. In der Vorrede seines vier Jahre später erschienenen Werkes „Same de-chaja” („Lebenselixir”) beklagt er sie in biblischen Akzenten: „All mein Gebein erbebte in mir, als mir mein Weib, die fromme, tugendvolle Jitta entrissen worden ist.5’ Sie hinterliess ihm drei Söhne und drei Töchter. Der Schwergeprüfte versenkte seinen Schmerz in rastloses Lernen und Lehren. Wieder ging der „Glanz über seine Hütte” auf. Die Tochter des „Kether Kehuna”, des Rabbi Isak Abraham aus Pintschow zog ins Haus als treue Lebensgefährtin. Ihr Vater war ein Urenkel des „Scha’ch”, des Rabbi Sabbathai Kohen; mütterlicherseits konnte er seinen Stammbaum bis zum Rabbi Jehuda aus Padua zurückführen. Seine fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit wurde durch Schicksalsschläge und kriegerische Wirren in Polen verlangsamt. Erst im 5556 (1796) erschien sein zweites Werk, „Same de-chaja”, m welchem wir ihn als geistreichen Meister der Homiletik und Schriftdeutung bewundern. Im Jahre 5560 (1800) Hess er sein klassisches Werk, „Torat Chessed” erscheinen. Er untersucht da die allgemeinen Prinzipien und Grundsätze des Talmuds, die als Norm und Richtschnur für halachische Entscheidungen dienen sollen. In der Einleitung zu diesem Werke lesen wir ergriffen die schmerzliche Klage des Meisters über die Unbilden des Lebens: „Ich fasse meine Erörterungen in gedrängter Kürze zusammen, wegen des Mühsais, das mich von allen Seiten umlagert. Auch das Wenige, das ich da biete, habe ich nur durch die Gnade des Schöpfers, gelobt sei Er und unter himmlischen Beistand zusammengebracht, denn (um meiner vielen Sünden halber) ist mein Haupt umgeben von Kummer und Sorge, abgesehen von den Lasten der Gemeinde.” Ein grausamer Krieg nahm seiner Heimat den Frieden und die Freiheit. Ein Gewaltfriedenschluss zerfetzte sie in drei Teile. Piliza wurde russisch, Krakau fiel Österreich zu. Seine einst reiche Gemeinde war, was sein grösstes Leid bedeutete, ausser Stande eine grosse Jeschiba zu erhalten. Im selben Jahre veröffentlichte er das wertvolle Werk „Mekach u-memkar” (Kauf und Verkauf) mit seinem Kommentar „Ser sahab” („Kranz aus Gold”). Zur Drucklegung seiner beiden letztgenannten Werke war er genötigt, nach Wien zu reisen. Auf dem Wege besuchte er seinen grossen Freund, den Landesrabbiner von Mähren Mordechaj Benet (Markus Benedikt), der ihn mit allen Ehren empfangen hat. Er wollte den berühmten Thorafürsten an würdiger Stelle sehen und legte ihm zur Wahl die beiden Gemeinden Leipnik oder Triesch, *) Umv.-Prof. Emil Starke nstei n.-Prag hat einen Stammbaum Eleasar L ö w s, seines Ahnen, verfertigt. 4

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