Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 19-20 (November 1936)
- Date
- 1936-11-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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Wort, das nie befolgt wurde. Einen grossen Teil der Schuld an dem Anwachsen des Antisemitismus hat die „aufreizende Polemik” gehabt! Da hier wieder eine Bewegung im Zuge ist, die den doch so oft als vergeblich erwiesenen Kampf gegen die Windmühlen des Antisemitismus wieder aufnimmt, so sei das Mahnwort eines grossen Führers wiederholt: „Hütet Euch vor aufreizender Polemik!” 8c. Geburtstag des Rabbiner Jesaia Fürst, Wien). Zu der ehrenden Würdigung, welche die jüdische Presse dem Führer der Orthodoxie in Wien widmet, fügen wir den traditionellen Wunsch ad multos annos hinzu. Was weniger bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass Rabbi Fürst, zur Zeit seiner Trnavaer Wirksamkeit als Mitglied des Rabbinates für Pressburg in Betracht gezogen war. 6o. Geburtstag des Gemeindepräsidenten Dr. Aladär Porzsolt. Am 2. Dezember tritt der Präsident der Bratislavaer Jesurun Gemeinde in die Reihe der Sechziger. Wenn, nach dem Gebote des Talmuds, der Wille eines Menschen seine beste Ehrung bedeutet, müssen wir, dem Wunsch des Jubilars entsprechend, uns mit dem herzlichen Glückwunsch begnügen. Wir gedenken aber dabei des Umstandes, dass Dr. Porzsolt seiner Gemeinde das Höchste, den Frieden, nach so langem und bösem Kampf, durch seine taktvolles und unpersönliches Auftreten gegeben hat. Auch, dass er die Stelle bekleidet, die einst sein Schwiegervater Dr. Wilhelm Löwiiger mit soviel Würde und Umsicht verwaltet hat. Möge seine Gemeinde und sein Haus weiter blühen! 80. Geburtstag des Hofrates Salamon Frankfurter. Was könnten wir zu den ehrenden Kundgebungen des Staates, des Judentumes und der Presse hinzufügen, als den Ausdruck des Stolzes, dass er ein echtes Kind unserer Stadt und unserer Gemeinde ist, und den Wunsch ad mea w'eessrim! — (Bild und Biographie s. Judaica 516.) Bibliographie Aus dem äussersten Ende des Slovakenlanfdes. In einem alten Jahrgange der „Allg. Zeit. d. Judentums” de dato 1859 finden wir eine Notiz, wie oben betitelt. Salman Gottlieb Stern kündet aus der kleinen slovakischen Judengemeinde Puho der jüdischen Gelehrtenwelt das Erscheinen seines berühmten Lexikons „Parhon” an. Sein Mitarbeiter war der dortige Rabbiner Dr. Deutschländer, der Aristoteles aus dem Griechischen Rabbiner Ch. J. Ehrenreich ins Hebräische übersetzt hat. (S.Nr. 5/6.) Nun kommt wieder eine Nachricht aus dem äussersten Ende des Slovakenlandes. Rabbi Ch. J. Ehrenreijch ladet die jüdisch-wissenschaftliche Welt zur Barmizwa (seiner Zeitschrift „Ozar hachajin”) in einem sehr geistreichen und doch auch sehr melancholischen Aufruf. Das Barmizwakind verdiente reiche Festgaben! Rabbi Chaim Juda Ehrenreich wurde am 10. Dezember 1887 m unserem Lande in Zwala an der. Grenze Galiziens geboren. Sein Vater war ein hervorragender Talmudkenner, auch in profanem Wissen nicht unbewandert, aus der Schule des Malbim, in dessen Geist auch der Sohn erzogen worden ist. Der Vater war Schüler der alten Rabbiner von Bonyhäd (Wajdaber Mose) und Väcz (Waitzen, Sibule David) und zählte zu den Anhängern des Mm kacevoer (Munkäcser) Grossrabbiners. Er war seinem Sohne Vater und Meister, später sandte er ihn an die Rabbinatsschule von Somlyo, Väcz und Pressburg, nach vollendetem 16. Jahre kehrte er ins Vaterhaus zurück, wo er bis zu seiner Vermählung mit der Tochter des Rabbi Jakob Schick-Nädudvar verblieb, dort vertrat er seinen Schwiegervater bis 1915, da er nach Holleschau als Stiftungsrabbiner berufen wurde und als Rabbi im Hause des frommen R. Gedalja Beer. Im Jahre 1924 wurde er zum Rabbiner in Deva berufen. Seit 32